Heute ist der 19.02.2026 und wir blicken auf den Bezirk Lichtenberg in Berlin, der sich durch eine faszinierende Mischung aus Plattenbauten, historischen Gründerzeitquartieren und viel Grün auszeichnet. Diese Gegend hat nicht nur eine bedeutende Geschichte, die eng mit dem ehemaligen Ministerium für Staatssicherheit der DDR verknüpft ist, sondern erlebt auch einen bemerkenswerten Wandel. Moderate Mieten, neue Wohnprojekte und eine wachsende Kulturszene ziehen immer mehr Menschen an. Ein besonders interessantes Projekt in dieser Hinsicht ist das Stadtbad Lichtenberg, das seit über 30 Jahren stillgelegt ist.
Das Stadtbad, ein Relikt expressionistischer Architektur, wurde 1928 eröffnet und aufgrund eines Wasserschadens 1991 geschlossen. Seitdem hat es keine langfristige Perspektive erhalten, obwohl das Gebäude unter Denkmalschutz steht. Aktuell findet jedoch eine bemerkenswerte Ausstellung mit dem Titel „Stadtbad Reloaded Beyond“ statt, die das Stadtbad in einen beeindruckenden Kunstraum verwandelt. Diese Ausstellung zeigt digitale Projektionen, Soundinstallationen und Lichtkunst in der einstigen Frauenschwimmhalle. Kuratiert von Dennis Peqas, konnte das Bad für über 30 internationale Künstlerinnen und Künstler geöffnet werden, die Motion Art, 3D-Animationen und audiovisuelle Installationen präsentieren.
Ein Ort der Erinnerungen und der Kunst
Die Besucher kommen nicht nur wegen der Kunst, sondern auch wegen der Erinnerungen, die dieser Ort weckt. Die Kombination aus alter Architektur und digitaler Kunst wird als berührend empfunden. Besonders hervorzuheben sind die neuen Decken-Videoinstallationen, die ein Highlight der Schau darstellen. Besucher empfehlen, das Stadtbad tagsüber für die Architektur und in der Dämmerung für die Lichtinstallationen zu besuchen. Die Sauberkeit, einschließlich der Toiletten, wird ebenfalls positiv hervorgehoben, was zur Attraktivität des Ortes beiträgt.
Derzeit sucht das Berliner Immobilien Management erfolglos nach Investoren für eine dauerhafte Nutzung des Stadtbades. Trotz der Herausforderungen, vor denen das Stadtbad steht, bleibt es ein sehenswertes „Lost Place“ in Berlin-Lichtenberg, der die Herzen vieler Kunst- und Architekturinteressierter höher schlagen lässt.
Rockhaus Lichtenberg: Kultureller Hotspot
Ein weiterer wichtiger Bestandteil der kulturellen Infrastruktur in Lichtenberg ist das Rockhaus, ein ehemaliges DDR-Bürogebäude, das seit 2007 als Probenort für Musikerinnen und Musiker dient. Mit 4.000 Quadratmetern und 189 Proberäumen ist das Rockhaus nahezu vollständig ausgelastet und bietet über 1.000 Musikern ein Zuhause, um ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen. Gegründet von Dirk Kümmele zur Sicherung bezahlbarer Proberäume, wird das Rockhaus von der GSE gGmbH verwaltet und durch das Musicboard Berlin gefördert. Obwohl das Projekt nicht gewinnorientiert ist, führen steigende Mieten und bauliche Einschränkungen zu Kritik.
Die kulturelle Bedeutung beider Orte, das Stadtbad und das Rockhaus, verdeutlicht die Wichtigkeit einer lebendigen und vielfältigen Kulturszene in Lichtenberg. In Zeiten, in denen viele Städte mit der Gentrifizierung zu kämpfen haben, bieten diese Einrichtungen einen Raum für kreative Entfaltung und Gemeinschaft.
Für weitere Informationen über die Ausstellung im Stadtbad Lichtenberg und das Rockhaus besuchen Sie bitte die Quelle und die zweite Quelle.


