Der Internationale Violinwettbewerb Henri Marteau, der in Lichtenberg, Oberfranken, stattfindet, hat sich in den letzten Jahren als eine bedeutende Plattform für junge Geiger etabliert. Der Wettbewerb wird alle drei Jahre ausgetragen, und der nächste Wettbewerb ist vom 26. April bis 9. Mai 2026 geplant. Besonders spannend ist, dass die Hofer Symphoniker Gasteltern suchen, die die Teilnehmer des Wettbewerbs bei sich aufnehmen können. Dies gibt den Familien die Möglichkeit, junge Talente aus aller Welt kennenzulernen und zu unterstützen, während diese um die begehrten Preise kämpfen. Zwei Gastfamilien haben bereits ihre Erfahrungen mit der Aufnahme von Musikern geteilt, was zeigt, wie bereichernd solch ein Austausch sein kann. Mehr Informationen dazu finden sich in einem Artikel der Frankenpost.

Der Wettbewerb wurde 1999 ins Leben gerufen, um anlässlich des 125. Geburtstags von Henri Marteau zu erinnern, und fand erstmals 2002 statt. Seitdem hat sich der Wettbewerb als wichtiger Teil der internationalen Musikwelt etabliert. 2007 übernahm der Bezirk Oberfranken die Trägerschaft, und die künstlerische sowie organisatorische Leitung liegt in den Händen der Hofer Symphoniker. Zudem ist der Wettbewerb seit 2012 Mitglied der World Federation of International Music Competitions, was seine internationale Bedeutung unterstreicht.

Wettbewerbsstruktur und Preise

Der Wettbewerb ist darauf ausgelegt, junge Violinisten bis 25 Jahre zu fördern und sie mit anerkannten Professoren und Solisten in Kontakt zu bringen. Die Teilnehmer profitieren von einem umfangreichen Förderprogramm, zu dem Konzertengagements und Stipendien gehören. Der Wettbewerb besteht aus drei Runden: Solovorträge, Klavierbegleitung und einem Finale mit Orchester. Die erste Runde und das Semifinale finden im Haus Marteau statt, während das Finale in der Freiheitshalle Hof aufgeführt wird. Der Wettbewerb endet mit einem Galakonzert der Preisträger.

Die Preisgelder sind insgesamt auf 35.000 Euro dotiert: Der erste Platz erhält 10.000 Euro, der zweite Platz 7.500 Euro und der dritte Platz 5.000 Euro. Zudem werden Sonderpreise und Stipendien vergeben. Die Jury wird von Gilbert Varga als Vorsitzendem geleitet und besteht aus Mitgliedern aus verschiedenen Ländern, wobei seit 2017 Studierende der Jurymitglieder von der Teilnahme ausgeschlossen sind. Diese strengen Auswahlkriterien und die hohe Dotierung der Preise machen den Wettbewerb besonders attraktiv für aufstrebende Geiger.

Ein wichtiger Teil der Musikwelt

Der Internationale Violinwettbewerb Henri Marteau steht in einer Reihe mit vielen anderen hochkarätigen Wettbewerben weltweit. Dazu zählen unter anderem der International Violin Competition „Henryk Wieniawski“ in Polen, der „Fritz Kreisler“ International Violin Competition in Österreich sowie der Yehudi Menuhin International Competition in der Schweiz. Solche Wettbewerbe bieten jungen Musikern die Möglichkeit, sich international zu präsentieren und wertvolle Erfahrungen zu sammeln.

Die Unterstützung durch ein Ehrenkomitee aus Persönlichkeiten des kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Lebens sorgt zudem dafür, dass der Wettbewerb nicht nur musikalisch, sondern auch gesellschaftlich eine wichtige Rolle spielt. Der Internationale Violinwettbewerb Henri Marteau ist somit nicht nur ein Ort des Wettbewerbs, sondern auch eine Plattform für kulturellen Austausch und die Förderung junger Talente.