Die Musikwelt hat einen besonderen Anlass gefeiert: György Kurtág, der ungarische Komponist, hat seinen 100. Geburtstag begangen. In diesem Rahmen wurde seine zweite Oper „Die Stechardin“ im Müpa (Palast der Künste) in Budapest uraufgeführt. Das Werk basiert auf einem Libretto von Christoph Hein, das von der Figur Georg Christoph Lichtenberg inspiriert ist. Diese halbstündige Oper ist ein Monodrama für Sopran und Orchester, das von der Sopranistin Maria Husmann eindrucksvoll interpretiert wurde, während András Keller das Orchester dirigierte. Kurtág war persönlich anwesend und verfolgte die Aufführung im Auditorium, bevor er nach der Vorstellung im Rollstuhl auf die Bühne geschoben wurde. Auf der letzten Seite der Partitur findet sich eine bewegende Widmung an seine verstorbene Frau Márta, mit der er 72 Jahre verheiratet war. Die Oper, an der Kurtág seit 2010 arbeitete und die ursprünglich für 2013 geplant war, zeigt die musikalische Intensität seines Schaffens.
Das Festival, das zu Ehren von Kurtágs 100. Geburtstag organisiert wurde, wurde vom Budapest Music Center und anderen Institutionen ins Leben gerufen. Die Musik von „Die Stechardin“ ist besonders anspruchsvoll und enthält 254 Taktwechsel, was von den Darstellern hohe Flexibilität erfordert. Es ist nicht das erste Mal, dass Kurtág in den letzten Jahren der musikalische Mittelpunkt ist; seine erste Oper „Fin de partie“ wurde 2018 uraufgeführt, als er bereits 92 Jahre alt war. Die Vorbereitungen und die Aufführung wurden als Demonstration der außergewöhnlichen musikalischen Ausdruckskraft des Komponisten beschrieben.
Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag
Die Feierlichkeiten rund um György Kurtágs 100. Geburtstag setzen sich auch in den kommenden Jahren fort. Im Februar 2026 plant Müpa Budapest eine umfangreiche Festwoche mit insgesamt vier Veranstaltungen. Die Reihe beginnt am 18. Februar mit der Filmvorführung „Kurtág Fragments“, die von Dénes Nagy über vier Jahre hinweg gedreht wurde. Der Dokumentarfilm gewährt Einblicke in das tägliche Leben des Komponisten und zeigt Auftritte von namhaften Künstlern wie Víkingur Ólafsson, Pierre Laurent Aimard, Benjamin Appl und Steven Isserlis. Anschließend findet eine englischsprachige Podiumsdiskussion mit Dénes Nagy und den erwähnten Künstlern statt, die von Gergely Fazekas moderiert wird.
Am 19. Februar wird ein Konzert präsentiert, das bedeutende Orchesterwerke von Kurtág umfasst. Das Konzert wird von Ólafsson und dem Danubia Orchestra unter der Leitung von Markus Stenz aufgeführt und thematisiert die Verbindung zwischen Kurtág und dem großen Komponisten Johann Sebastian Bach. Den Abschluss der Feierlichkeiten bildet am 20. Februar ein weiteres Konzert mit Keller András und Concerto Budapest, bei dem unter anderem die herausragenden Solisten Aimard, Máté Szűcs und László Fenyő auftreten werden. Höhepunkt des Abends wird die Uraufführung der Einakter-Oper „Die Stechardin“ sein.
Ein Platz in der Musikgeschichte
Die Bedeutung von György Kurtág in der zeitgenössischen Musik ist unbestreitbar. Sein Einfluss erstreckt sich über Generationen von Komponisten und Musikern. Die tiefgründige und oft emotionale Qualität seiner Werke hat sowohl Kritiker als auch das Publikum weltweit begeistert. Kurtág, der seit seiner Rückkehr aus Frankreich im Jahr 2015 allein in Budapest lebt, hat es geschafft, trotz der Herausforderungen des Alters weiterhin musikalisch tätig zu sein und neue Werke zu schaffen, die die Grenzen der Oper und der klassischen Musik erweitern. Die Feierlichkeiten zu seinem 100. Geburtstag sind nicht nur eine Hommage an seine Lebensleistung, sondern auch ein Blick in die Zukunft, in der sein musikalisches Erbe weiterleben wird.
Die Veranstaltungen sind Teil der Kurtág 100 Programmreihe, organisiert von BMC und präsentiert von Müpa Budapest. Um mehr über diese beeindruckenden Feierlichkeiten zu erfahren, können Sie die offizielle Webseite von Müpa besuchen: Kurtág 100.