Am Mittwoch, dem 11. Februar, ereignete sich ein tragisches Feuer in einem 21-geschossigen Hochhaus in Berlin-Friedrichsfelde, genauer gesagt in der Dolgenseestraße. Das Feuer brach in der Wohnung eines 75-jährigen Mieters aus, die möglicherweise als Messie-Wohnung bekannt war. Gegen 20 Uhr wurden Feuerwehr und Polizei alarmiert, nachdem ein Brandmelder piepte und dichter Rauch bemerkt wurde. Rund 170 Einsatzkräfte waren vor Ort, um den Brand zu bekämpfen und die Bewohner in Sicherheit zu bringen.
Leider gab es bei diesem Vorfall auch ein schweres Unglück: Ein neun Monate alter Säugling starb trotz Reanimationsversuchen, während die Mutter (26) und der fünfjährige Bruder in kritischem Zustand ins Krankenhaus eingeliefert wurden. Im Hausflur der dritten Etage fanden die Einsatzkräfte die bewusstlosen Familienmitglieder. Insgesamt mussten acht Personen ins Krankenhaus gebracht werden, während 40 Menschen ambulant behandelt wurden und etwa 70 Menschen aus dem Gebäude gerettet werden konnten.
Die Folgen des Brandes
Die Auswirkungen des Brandes sind erheblich: 21 Wohnungen im Gebäude wurden unter polizeiliche Sperre gestellt, davon sind 20 unbewohnbar. Die Wohnungsgesellschaft Howoge steht in Kontakt mit den betroffenen Mietern und hat bereits elf Menschen in Hotels untergebracht. Ein Shuttle-Service wurde organisiert, um die Evakuierten zu unterstützen. Die Stromversorgung im Gebäude ist weitgehend gesichert, jedoch sind Teile der Heizungsanlage und der Aufzug vorübergehend außer Betrieb.
Der Bezirksbürgermeister Martin Schaefer äußerte sich betroffen über den Verlust eines Kindes und drückte sein Mitgefühl für die Hinterbliebenen aus. Mieter berichteten von starkem Rauch im Hausflur und den Anweisungen der Feuerwehr, nasse Tücher an die Türritzen zu legen. Eine Mitarbeiterin einer nahegelegenen Einrichtung beschrieb die chaotische Situation während des Einsatzes. Zudem wurde ein Büro unterhalb der ausgebrannten Wohnung durch Löschwasser beschädigt.
Ermittlungen und Kontext
Das Landeskriminalamt hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Ein weiterer Brand in einem Hochhaus in Lichtenberg ereignete sich erst am Dienstag, und es laufen bereits Ermittlungen wegen schwerer Brandstiftung. Diese Vorfälle werfen ein Schlaglicht auf die Herausforderungen, vor denen die Feuerwehr und die Stadtverwaltung stehen, insbesondere in Wohngebäuden mit besonderen Risiken.
Ein Blick auf die vfdb-Brandschadenstatistik zeigt, dass Küchen mit 27 % der Brandentstehungen der häufigste Ort für Gebäudebrände sind, wobei fast die Hälfte aller Brände in Wohngebäuden auftritt. Obwohl Brände in höheren Geschossen seltener sind, verursachen sie oft größere Schäden, was die Tragweite solcher Vorfälle verdeutlicht.
Die vfdb hat sich zum Ziel gesetzt, fundierte Fakten für Entscheidungen im Brandschutz bereitzustellen und ruft Feuerwehren zur Teilnahme an der Datenerfassung auf, um den Datensatz zu erweitern. Ein höheres Aufkommen erfasster Fälle kann entscheidende Erkenntnisse für den abwehrenden und vorbeugenden Brandschutz liefern. In Anbetracht der jüngsten Ereignisse wird die Relevanz derartiger Statistiken und deren Anwendung in der praktischen Brandbekämpfung umso deutlicher.
Die Situation in Berlin-Friedrichsfelde bleibt angespannt, und die betroffenen Familien benötigen Unterstützung, während die Ermittlungen zur Brandursache weitergehen.