Heute ist der 4.02.2026. Anlässlich des Weltkrebstages veröffentlicht das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg aktuelle Zahlen zu stationären Krankenhausbehandlungen wegen Krebserkrankungen. Im Jahr 2024 wurden in den Berliner und Brandenburger Krankenhäusern mehrere zehntausend Patientinnen und Patienten aufgrund bösartiger Neubildungen vollstationär behandelt. In Berlin gab es insgesamt rund 85.800 vollstationäre Behandlungsfälle, während in Brandenburg etwa 38.600 Fälle verzeichnet wurden. Diese Zahlen verdeutlichen die erhebliche Belastung, die Krebserkrankungen für die Gesundheitssysteme darstellen.

In Berlin stellten die häufigsten Krebsarten die Lungenneubildungen mit 12.890 Fällen, gefolgt von Brustdrüsenkrebs mit 6.570 Fällen und Krebs des lymphatischen sowie blutbildenden Gewebes mit 9.022 Fällen dar. Besonders auffällig ist, dass fast die Hälfte der Brustdrüsenfälle Frauen im Alter von 45 bis 65 Jahren betraf. Ähnlich verhielt es sich bei den Lungenneubildungen, wo die Mehrheit der Diagnosen in den Altersgruppen über 45 Jahre stattfand. In Brandenburg waren Lungenkrebs mit 6.696 Fällen, Krebs des lymphatischen und blutbildenden Gewebes mit 3.991 Fällen sowie Blasenkrebs mit 2.890 Fällen die häufigsten Diagnosen. Die beiden letzteren Krebsarten traten überwiegend in der Gruppe der über 75-Jährigen auf.

Die Situation in Deutschland

Die Zahlen aus Berlin und Brandenburg spiegeln einen nationalen Trend wider. Krebs bleibt die zweithäufigste Todesursache in Deutschland, mit 230.400 Todesfällen im Jahr 2024 – ein Anstieg von 10,1 % im Vergleich zu 2004. Dieser Anstieg ist hauptsächlich auf die Alterung der Gesellschaft zurückzuführen. Erfreulicherweise sank die altersstandardisierte Sterblichkeit wegen Krebs von 322,4 pro 100.000 Einwohner im Jahr 2004 auf 273,5 im Jahr 2024. Dies zeigt, dass die Sterblichkeit in nahezu allen Altersgruppen rückläufig ist, mit Ausnahme von Kindern im Alter von 5 bis 9 Jahren und Personen ab 90 Jahren.

Die häufigste krebsbedingte Todesursache war Lungen- und Bronchialkrebs mit 45.100 Todesfällen. Weitere häufige Ursachen waren Darmkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs, Brustkrebs und Prostatakrebs. Im Jahr 2024 wurden rund 1,45 Millionen Patienten wegen Krebs im Krankenhaus behandelt, was einem Anstieg von 1,2 % im Vergleich zu 2023 entspricht. Diese Daten verdeutlichen, dass Krebs nach wie vor eine der größten Herausforderungen im Gesundheitswesen bleibt, auch wenn die Zahl der Krankenhausbehandlungen seit 2004 um 5,6 % gesunken ist.

Forschung und Datenlage

Für detaillierte Informationen über Krebserkrankungen in Deutschland ist das Zentrum für Krebsregisterdaten (ZfKD) im Robert Koch-Institut zuständig. Es überprüft, fasst zusammen und wertet Daten aus den epidemiologischen Krebsregistern aus. Interessierte können eigene Datenbankabfragen zur Häufigkeit und Prognose verschiedener Krebserkrankungen durchführen. Der Bericht „Krebs in Deutschland“ wird alle zwei Jahre veröffentlicht und bietet tiefere Einblicke in die epidemiologische Situation.

Zusätzlich fördert das Deutsche Krebsregister e.V. die einheitliche Dokumentation und Auswertung von Krebsregisterdaten in Deutschland. Auf den Seiten des Deutschen Krebsregisters sind auch die bevölkerungsbezogenen Krebsregister der Länder aufgelistet, oft mit detaillierten Zahlen nach Lokalisation. Diese umfassenden Daten sind entscheidend, um Trends zu erkennen und geeignete Maßnahmen zur Prävention und Behandlung zu entwickeln.

Insgesamt bleibt das Thema Krebs eine bedeutende Herausforderung für die Gesellschaft, und die kontinuierliche Sammlung und Auswertung von Daten ist unerlässlich, um den Betroffenen bestmögliche Unterstützung zu bieten und die Forschung voranzutreiben. Für weitere Informationen können Sie die vollständigen Berichte auf den offiziellen Seiten der Statistik Berlin-Brandenburg, Destatis und Krebsinformationsdienst einsehen.