In Senftenberg, Brandenburg, steht eine Schließung der ersten Kindertagesstätte (Kita) bevor. Die Kita „Froggi“ wird Ende Juli geschlossen, da ihre Auslastung mit 54,3 Prozent deutlich unter den Erwartungen liegt. Von den 70 verfügbaren Plätzen sind derzeit 38 nicht belegt. Diese Situation spiegelt den bundesweiten Trend eines Rückgangs der Geburtenzahlen wider, der besonders im Osten Deutschlands spürbar ist. Laut dem RBB sind die Geburtenzahlen in Ostdeutschland seit 1990 um drastische 52 Prozent gesunken.

Der Sozialdezernent des Landkreises, Alexander Erbert, betont, dass der Rückgang der Kinderzahlen in Brandenburg seit zwei Jahren deutlich wird. Das Bundesland verzeichnete im Jahr 2024 nur noch 15.157 Neugeborene, was im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang um 728 Kinder bedeutet. Ökonomische Unsicherheiten und gesellschaftliche Entwicklungen sind wesentliche Faktoren, die zu dieser sinkenden Geburtenrate beitragen. Diese Trends wurden auch in einer Studie des Statistischen Bundesamtes aufgezeigt, die reflektierten, dass die finanziellen Belastungen durch die Energiekrise nach der Corona-Pandemie viele Familien negativ beeinflussen.

Demografischer Wandel in Brandenburg

Die demografische Entwicklung in Brandenburg ist seit 1990 durch anhaltend niedrige Geburtenraten und Abwanderungsbewegungen geprägt. Jüngere Generationen haben insbesondere in der Wendezeit und den frühen 2000er Jahren das Land verlassen, was zu einem signifikanten Rückgang der verfügbaren Arbeitskräfte führte. In ländlichen Regionen ist der Altersquotient seitdem angestiegen, während städtische Gebiete, die von der Suburbanisation profitieren, teils stabilere Bevölkerungszahlen aufweisen. Dies hat auch Auswirkungen auf die Kitas, da die Nachfrage nach Betreuungsplätzen sinkt. Der Landesregierung sind die Herausforderungen des demografischen Wandels bewusst, und sie verfolgt lokale Initiativen zur Schaffung von Lösungen in den Gemeinden, um den Bedürfnissen der Bewohner gerecht zu werden. Maßnahmen hierzu werden in einem Zusammenspiel zwischen Bürgern, Verwaltung und Politik vorangetrieben, wie die Landesregierung unterstreicht, und es sind keine universellen Lösungen in Sicht Bericht der Landesregierung.

Die Bedarfsanalyse für Kitas wird im Landkreis alle drei Monate aktualisiert. Neue Projekte, wie die Bau einer Kita in Großräschen, werden basierend auf diesen Analysen initiiert. In der derzeitigen Situation können die bestehenden Einrichtungen nur rund 7.200 Kinder in mehr als 90 Kitas betreuen, wobei der Mangel an Fachkräften immer akuter wird. Aktuell betreut eine Fachkraft in den Krippen 4,25 Kinder und in den Kindergärten zehn Kinder. Ein Versorgungsmangel tut sein Übriges, was zu Protesten von Eltern und Erziehern in mehreren Städten angesichts struktureller Mängel führte.

Zukunftsperspektiven

Ab August 2026 wird in Brandenburg ein Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder ab der ersten Klasse eingeführt, mit einer möglichen späteren Ausweitung auf andere Altersgruppen. Diese Maßnahme ist Teil der Bemühungen, den Anforderungen der Familien gerecht zu werden, trotz der anhaltenden demografischen Herausforderungen. Ein zentrales Anliegen der politischen Vertreter ist es, flexible Raumnutzung und neue Betreuungsformate zu entwickeln sowie den Schwerpunkt auf die frühkindliche Bildung zu legen, wie z. B. Sprachförderung und die Einrichtung von Waldkindergärten. Diese Schritte sind unumgänglich, um den Rückgang der Geburten und die damit verbundenen Folgen zu bewältigen.