Die Nachtzugverbindung zwischen Berlin und Paris wird im Dezember 2025 eingestellt. Diese Entscheidung fällt nach nur zwei Jahren des Betriebs und ist das Ergebnis fehlender finanzieller Unterstützung durch das französische Verkehrsministerium, das ab 2026 keine Subventionen mehr bereitstellen wird. Laut rbb24 beträgt diese Summe jährlich rund 10 Millionen Euro, was für die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB), die die Verbindung betreiben, eine untragbare Lücke hinterlässt.

Zusätzlich wird auch die Nachtzugverbindung zwischen Paris und Wien eingestellt. Die Französische Bahn SNCF hat Schwierigkeiten, diese Verbindungen rentabel zu betreiben. Dieser Rückzug ist eine direkte Folge der Budgetkürzungen, die die französische Regierung im Sommer angekündigt hatte. Frankreich hat mit hohen Schulden zu kämpfen und strebt finanzieller Stabilität an, was sich nun auf die Nachtzugverbindungen auswirkt.

Nachtzüge als Hoffnungsträger

In den letzten Jahren haben Nachtzüge in Europa ein Comeback erlebt, da sie nachhaltige Reisemöglichkeiten bieten. Deutschland hat sein Angebot an Nachtzugverbindungen zu internationalen Metropolen erheblich ausgebaut. Dies wurde auch durch eine Studie von PB Consult verdeutlicht, die die Erreichbarkeit beliebter Städte mithilfe von Nachtzügen untersuchte. Trotz der positiven Entwicklung im Allgemeinen, stellt die Einstellung der Berliner Nachtzugverbindung einen Rückschlag dar.

Die Nachtzüge nach Paris fahren derzeit nur dreimal pro Woche und sind im Buchungsportal SNCF Connect nicht mehr zu finden. ÖBB bedauert die Einstellung dieser Verbindung und hat angekündigt, die Tagesverbindung zwischen Berlin und Paris anzupassen. Die neue Fahrzeit wird nun unter acht Stunden liegen, mit Abfahrt in Berlin um 7:05 Uhr und Ankunft in Paris um 14:51 Uhr. Die Rückfahrt startet in Paris um 11:07 Uhr und endet in Berlin um 18:54 Uhr.

Öffentliche Reaktion und Initiativen

Die Initiative „Oui au train de nuit!“ hat eine Online-Petition gestartet, um für den Erhalt der Nachtzüge zu kämpfen. Diese hat bereits fast 15.000 Unterstützer mobilisiert. Der Verlust der Nachtzüge ist nicht nur eine Frage des Reisekomforts, sondern auch ein Zeichen für die Herausforderungen, vor denen der öffentliche Verkehr in Europa steht. Die zukünftigen Entwicklungen hinsichtlich internationaler Nachtzugverbindungen werden genau beobachtet werden müssen, da sie für Reisen in Europa eine wichtige Rolle spielen.