Am 29. Juni 2017 erlebte Berlin einen Jahrhundertregen, der die Stadt in ein Wassermeer verwandelte. Straßen, U-Bahnhöfe und Keller waren betroffen, und in der Bismarckstraße in Charlottenburg drohte ein unterspültes Haus einzustürzen. Die Feuerwehr war gefordert wie nie und hatte innerhalb von nur zwei Tagen über 1800 Einsätze zu bewältigen. Meteorologen wie Dr. Katja Horneffer und Donald Bäcker blicken mit den Berlinerinnen und Berlinern auf diese außergewöhnlichen Wetterereignisse zurück. In der kommenden Woche wird der zweite Teil der Sendung „Die spektakulärsten Wetterphänomene in Brandenburg“ im rbb Fernsehen ausgestrahlt, der weitere faszinierende Einblicke verspricht (Quelle).

Der Jahrhundertregen am 29. Juni war kein Zufall, sondern das Resultat einer besonderen Wetterlage. In Tegel fielen innerhalb von 24 Stunden 197 Liter Regen, während Köpenick mit 60 Litern davon kam. Diese extremen Niederschläge traten in dieser Intensität nicht einmal alle 100 Jahre auf. Jörg Riemann, Chefmeteorologe der Wettermanufaktur in Tempelhof, erklärte, dass die Kombination aus Landregen und schwülwarmer Gewitterluft aus Osteuropa verantwortlich war. Ein weiteres markantes Wetterereignis in Berlin war der Sturm am 5. Oktober 2017, der fast alle öffentlichen Verkehrsmittel lahmlegte. Auch der Orkan „Xavier“ fällte tausende Bäume in Berlin und Brandenburg und entstand durch eine Kombination von Kaltfront und Warmluft (Quelle).

Ein Rückblick auf die Wetterphänomene

Berlin hat in den letzten Jahrzehnten immer wieder extreme Wetterereignisse erlebt. Im Winter 1962/63 fror die Spree zu, und Eisbrecher mussten im Einsatz sein, während im Grunewald Pferdeschlitten über das Eis fuhren. Die letzten Jahre waren geprägt von weiteren extremen Wetterereignissen wie dem Orkan „Kyrill“ und dem Jahrhundertsommer 2018. Die meteorologischen Daten zeigen, dass die globalen Temperaturen seit den 1970er-Jahren kontinuierlich steigen. Die jüngste Dekade bis Ende 2023 liegt bereits 2,3 Grad über dem vieljährigen Mittel von 1881 bis 1910. Im Jahr 2023 war global das wärmste Jahr mit hohen Oberflächentemperaturen der Ozeane (Quelle).

Die Veränderungen im Wettergeschehen sind nicht nur in Berlin spürbar. Die Häufigkeit von Hitzewellen nimmt zu, während strenge Fröste abnehmen. Zukünftig sind neue Temperaturrekorde wahrscheinlicher, und es wird erwartet, dass Tage mit hohen Temperaturen zunehmen, während kalte Winter und die Gefahr von Spätfrösten weiterhin auftreten, jedoch mit abnehmender Wahrscheinlichkeit. Diese Entwicklungen sind eindeutig und wissenschaftlich abgesichert und zeigen, dass die globale Erwärmung nicht nur ein weit entferntes Phänomen ist, sondern auch direkt vor unserer Haustür stattfindet (Quelle).