Heute ist der 7.02.2026. In Brandenburg wurde die neue AfD-Jugendorganisation „Generation Deutschland“ gegründet. Der Landtagsabgeordnete Fabian Jank wurde dabei als einziger Kandidat ohne Gegenstimme zum Vorsitzenden gewählt. Jank ist nicht unumstritten, da er für seine Nähe zur rechtsextremen Identitären Bewegung sowie für das Posten von NS-Parolen in sozialen Medien bekannt ist. Parallel soll in Berlin ein Landesverband gegründet werden, mit Martin Kohler als möglichem Vorsitzenden. Vor dem Veranstaltungsort in Königs Wusterhausen protestierten etwa 100 Menschen gegen die neue AfD-Jugendorganisation. Der Protest wurde von der SPD, den Grünen, den Linken und dem Verein „Omas gegen Rechts“ organisiert.

Leonel Richy Andicene, Landeschef der SPD-Jugend Jusos, äußerte Bedenken, dass Brandenburg nicht zum Experimentierfeld für extrem rechte Organisationen werden dürfe. Die „Generation Deutschland“ ist die Nachfolgeorganisation der „Jungen Alternative“, die 2025 vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestuft und aufgelöst wurde. Die neue Jugendorganisation wurde im November 2025 gegründet und soll enger an die AfD gebunden sein. Jean-Pascal Hohm wurde als Bundesvorsitzender gewählt, während die Bundesregierung keine Mäßigung im Vergleich zur Vorgängerorganisation sieht und von Äußerungen bei der Gründungsversammlung berichtet, die als Anhaltspunkte gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung gewertet werden.

Kontinuität und Kontrolle

Der Verfassungsschutz sieht bei der neuen AfD-Jugendorganisation „Generation Deutschland“ keine wesentlichen Veränderungen im Vergleich zur Vorgängerorganisation „Junge Alternative“. Präsident Sinan Selen betont personelle und inhaltliche Kontinuität und erwartet keinen Paradigmenwechsel. Die neue Jugendorganisation ist in die Struktur der AfD integriert, was ein Verbot rechtlich schwieriger macht und der Partei mehr Kontrolle gibt. Mitglied der neuen Jugendorganisation kann in der Regel nur sein, wer auch Mitglied der AfD ist. Fehlverhalten oder Regelverstöße können von der AfD geahndet werden, bis hin zum Parteiausschluss. Der Thüringer Verfassungsschutz hatte bereits auf rechte Tendenzen in der Jugendorganisation hingewiesen.

Im Zusammenhang mit den Äußerungen über den Verfassungsschutz verglich die AfD-Vorsitzende Alice Weidel diese mit dem DDR-Ministerium für Staatssicherheit und bezeichnete dessen Mitarbeiter als „schmierige Stasi-Spitzel“. Selen wies diese Äußerungen zurück und betonte, dass der Verfassungsschutz unter parlamentarischer Kontrolle steht und Respekt verdient.

Radikalisierung im digitalen Raum

Die Entwicklungen rund um die „Generation Deutschland“ sind Teil eines größeren Trends, den die Verfassungsschutzbehörden beobachten. Diese berichten von einer zunehmenden Radikalisierung junger, teils minderjähriger Akteure im gewaltorientierten Rechtsextremismus, insbesondere im virtuellen Raum. Oftmals sind keine Anbindungen an klassische rechtsextremistische Strukturen erkennbar. Radikalisierung erfolgt häufig auf unzensierten sozialen Medien wie TikTok und Instagram, wobei junge Menschen über digitale Echokammern in ihren extremistischen Ansichten bestärkt werden.

Diese Prozesse können schnell zu Gewaltaffinität führen. Sicherheitsbehörden beobachten, dass seit Mitte 2024 bundesweite gewalt- und aktionsorientierte (Jugend-)Gruppierungen in Erscheinung traten, die mit rechtsextremistischen Störaktionen gegen den Christopher Street Day (CSD) mobilisierten. Gruppierungen wie „Jung & Stark“ (JS), „Deutsche Jugend Voran“ (DJV) und „Der Störtrupp“ (DST) sind dabei besonders aktiv und zeigen eine zunehmende Radikalisierung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in der Realität.

In diesem Kontext ist die Gründung der „Generation Deutschland“ nicht nur ein lokalpolitisches Ereignis, sondern Teil eines besorgniserregenden Trends, der die Sicherheitsbehörden vor große Herausforderungen stellt. Die Entwicklungen rund um diese Organisation könnten weitreichende gesellschaftliche Auswirkungen haben und müssen deshalb genau beobachtet werden. Weitere Informationen zu den Beobachtungen des Verfassungsschutzes über Radikalisierungsprozesse finden Sie hier.