Großbaustelle in Weißensee: 1.100 Schüler müssen umziehen!

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Das Primo-Levi-Gymnasium in Berlin-Weißensee wird saniert. 1.100 Schüler müssen vorübergehend umziehen, Kosten: 86 Mio. Euro.

Das Primo-Levi-Gymnasium in Berlin-Weißensee wird saniert. 1.100 Schüler müssen vorübergehend umziehen, Kosten: 86 Mio. Euro.
Das Primo-Levi-Gymnasium in Berlin-Weißensee wird saniert. 1.100 Schüler müssen vorübergehend umziehen, Kosten: 86 Mio. Euro.

Großbaustelle in Weißensee: 1.100 Schüler müssen umziehen!

Das Primo-Levi-Gymnasium in Berlin-Weißensee steht vor einer umfassenden Sanierung, die die Schulgemeinschaft vor große Herausforderungen stellt. Rund 1.100 Schülerinnen und Schüler müssen vorübergehend umziehen, da der denkmalgeschützte Schulbau aus dem Jahr 1910 für die Dauer der Arbeiten zur Großbaustelle wird. Um den Unterricht während dieser Zeit zu gewährleisten, wird ein Ersatzneubau an der Woelkpromenade entworfen, der Klassenräume und Verwaltungsräume aufnehmen soll. Der Altbau an der Pistoriusstraße hingegen muss vollständig geschlossen werden, wodurch ein Unterricht während der Bauarbeiten ausgeschlossen ist. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf etwa 86 Millionen Euro. Das Fertigstellungsdatum des Neubaus ist noch unbekannt, doch die Pläne sehen vor, dass der Auftrag im Februar 2026 an die HOWOGE vergeben wird und der Baubeginn ebenfalls 2026 stattfinden soll. Der Ersatzneubau wird zwar als Übergangslösung fungieren, führt jedoch nicht zu zusätzlichen Schulplätzen.

Die Sanierung des Primo-Levi-Gymnasiums muss den strengen Vorgaben des Denkmalschutzes entsprechen. Eingriffe in die historische Substanz sind nur eingeschränkt möglich. Nach Abschluss der Sanierungsarbeiten soll der Altbau künftig als eigenständige Grundschule genutzt werden, während das Gymnasium weiterhin als zwei- bis sechszügige Institution betrieben wird. Die zukünftige Kapazität des Primo-Levi-Gymnasiums wird auf bis zu 1.116 Schülerinnen und Schüler geschätzt. Die Planungen sind Teil der Berliner Schulbauoffensive, die darauf abzielt, den Schulbau in der Hauptstadt effizienter zu gestalten.

Berliner Schulbauoffensive im Fokus

Die Berliner Schulbauoffensive verfolgt das Ziel, die Infrastruktur für Bildungseinrichtungen in der Stadt zu verbessern. Im Rahmen dieser Initiative wurde ein modulares Typenprogramm für drei- und vierzügige Grundschulen entwickelt, das auch dazugehörige Sporthallen umfasst. Die architektonische Umsetzung des sogenannten Compartment-Konzeptes wurde bereits 2018 in einem nichtoffenen Realisierungswettbewerb für Architekten angestoßen, den das Büro Bruno Fioretti Marquez GmbH gewann. Dieser Entwurf fördert eine effiziente Umsetzung des Raumprogramms und schafft ein ansprechendes städtebauliches Ensemble für zukünftige Schulstandorte. Die modularen Planungen sollen den Planungs- und Bauprozess beschleunigen, indem die Gebäude lediglich einmal vollständig entworfen werden müssen.

Im März 2025 trat zudem ein neuer Leitfaden für den Neubau von Schulen in Kraft, der von der Senatorin für Bildung, Jugend und Familie, Katharina Günther-Wünsch, vorgelegt wurde. Dieser Leitfaden sieht verbindliche Anforderungen vor, die sich an den steigenden Baukosten und den veränderten schulischen Bedürfnissen orientieren. Die Anpassungen sollen auch gesetzliche und sicherheitsrelevante Aspekte integrieren, um eine qualitative Verbesserung der Schulbauprojekte zu erreichen. Ein Fokus liegt dabei auf modernen pädagogischen Raumkonzepten, nachhaltigem Bauen und digitaler Infrastruktur.

Ausblick auf die zukunftige Schulbauten

Die Berliner Schulbauoffensive wird durch die Einrichtung einer ressortübergreifenden Arbeitsgruppe unterstützt, die weitere Optimierungsmöglichkeiten im Schulbau identifizieren soll. Ziel dieser Arbeitsgruppe ist es, an den fachlichen Standards anzupassen, um trotz der steigenden Baukosten neue Schulplätze zu schaffen. Letztlich sollen diese Maßnahmen dazu beitragen, die Bildung in Berlin zeitgemäß zu gestalten und den wachsenden Anforderungen der Schülerschaft gerecht zu werden.

Das Primo-Levi-Gymnasium und die damit verbundenen Umbau- und Sanierungsarbeiten sind somit nicht nur ein Beispiel für die Herausforderungen des Stadtteils Weißensee, sondern stehen auch stellvertretend für die umfassenden Bemühungen der Stadt, die Bildunginfra­struktur zukunftsfähig zu machen. Der Fokus liegt klar darauf, den Bedürfnissen der Schüler gerecht zu werden und die Bildungseinrichtungen in Berlin für die Zukunft fit zu machen.

Mehr Informationen zu den Projekten der Berliner Schulbauoffensive sind auf den Seiten der Berliner Senatsverwaltung für Bauen sowie des vhw – Verband für Wohnungswesen erhältlich. Details zur Sanierung des Primo-Levi-Gymnasiums finden Sie auch auf Entwicklungsstadt.