Der Bezirk Lichtenberg in Berlin steht in enger Verbindung zur Geschichte des Kalten Krieges und der DDR-Geheimpolizei, wie bundesarchiv.de berichtet. Eines der zentralen Wahrzeichen ist die Stasi-Zentrale am U-Bahnhof Magdalenenstraße, die zusammen mit dem Stasi-Gefängnis in Hohenschönhausen die düstere Vergangenheit der DDR symbolisiert. Die Bezirksverwaltung der Stasi war seit 1985 für ganz Ost-Berlin zuständig und verwaltete zahlreiche konspirative Objekte, darunter sogar eine eigene Feuerwehr.
Ein interessanter Punkt ist die Rolle von Kirchen in Lichtenberg, die Treffpunkte für DDR-Regime-Kritiker waren. Die Erlöserkirche in Rummelsburg und die Glaubenskirche am Roedeliusplatz standen im besonderen Fokus der Stasi-Beobachtungen. Diese Kirchen boten Raum für Opposition und trafen sich regelmäßig, was das Interesse der Stasi weckte.
Bildungsprojekte zur Stasi-Geschichte
Um den Bürgern die Geschichte näherzubringen, bietet ein dreitägiger Kurs die Möglichkeit, Episoden aus der Geschichte des Bezirks nachzuspüren. Die Bildungseinrichtung kooperiert mit der Stasi-Unterlagen-Behörde. Während des Kurses arbeiten die Teilnehmenden mit Stasi-Akten, unternehmen Exkursionen zu bedeutenden historischen Orten und führen Gespräche mit Experten. Eine Anmeldung ist über die Website der VHS-Lichtenberg möglich.
Das Interesse an dieser Geschichte ist auch dadurch begründet, dass Gedächtnisprotokolle vom 7. und 8. Oktober 1989 in Ost-Berlin dokumentiert wurden. Diese Protokolle zeigen die Übergriffe staatlicher Organe und die Formierung von Oppositionsbewegungen, die schließlich zur Friedlichen Revolution führten. stasi-mediathek.de listet Dokumente auf, die das Geschehen in den letzten Jahren der DDR detailliert beschreiben.
Die Rolle der Stasi in der DDR
Die Stasi, offiziell als Ministerium für Staatssicherheit (MfS) bekannt, diente von ihrer Gründung 1950 bis zur Auflösung 1990 als Instrument der Machtsicherung der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED). Laut bpb.de hatte die Stasi bis zu 91.000 hauptamtliche Mitarbeiter und etwa 189.000 inoffizielle Mitarbeiter, die eine flächendeckende Überwachung der Bürger betrieben. Sie war in nahezu alle gesellschaftlichen Bereiche integriert und führte massive Menschenrechtsverletzungen durch, darunter Abhöraktionen und Einschüchterungen.
Die Aufarbeitung dieser Zeit erfolgt auch in der Stasi-Unterlagen-Behörde, die 1992 gegründet wurde und seither über 111 Kilometer Akten sowie Millionen von Karteikarten und Fotos verwaltet. Insgesamt gab es bis Anfang 2017 über 7 Millionen Anfragen an diese Behörde, darunter 3,1 Millionen zur Akteneinsicht.
Die Geschichte der Stasi ist eine Mahnung und weiterhin ein wichtiges Thema in der deutschen Gesellschaft, wo die Lehren dieser dunklen Vergangenheit für zukünftige Generationen vermittelt werden müssen.