In Berlin-Friedrichshain sorgt eine geplante Abrissaktion für das Sport- und Erholungszentrum (SEZ) für Aufregung. Die Wohnungsbaugesellschaft Mitte (WBM) hat beim Bauamt Friedrichshain-Kreuzberg eine Abrissanzeige eingereicht, die am 2. März in Kraft treten soll. An diesem Tag findet zudem eine Anhörung im Stadtentwicklungsausschuss des Abgeordnetenhauses zu einem Antrag der Linksfraktion mit dem Titel „Das SEZ nicht abreißen“ statt. Über diesen Antrag wurde bislang noch nicht entschieden, was die Situation zusätzlich verkompliziert.
Kristian Ronneburg und Michael Efler von der Linksfraktion äußern Bedenken gegen den Abriss und kritisieren die vorzeitige Entscheidung der WBM. Sie fordern, dass das SEZ zumindest teilweise erhalten bleibt und eine Machbarkeitsstudie erstellt wird. Diese Studie soll den baulichen Zustand des Gebäudes sowie den finanziellen Aufwand für eine Sanierung und den Betrieb eines Sport- und Freizeitangebots untersuchen. Die Linksfraktion fordert Stadtentwicklungssenator Gaebler auf, den geplanten Abriss zu stoppen und auf die parlamentarischen Entscheidungen zu warten. Weitere Informationen zu dieser Thematik finden sich in einem Artikel der Linksfraktion hier.
Zukunft der Wohnraumentwicklung
Parallel zu den Diskussionen über den Abriss des SEZ hat die WBM einen städtebaulichen Entwurf des Büros Stefan Forster GmbH in Auftrag gegeben. Diese Untersuchung zeigt die Potenziale des Areals in der Nachbarschaft zum Volkspark Friedrichshain auf. Laut der Studie könnten an der Schnittstelle von Landsberger Allee und Danziger Straße bis zu 680 Wohnungen realisiert werden, was rund einem Viertel mehr ist als bislang angenommen. Etwa die Hälfte dieser Wohnungen soll als geförderter Wohnraum zur Verfügung stehen.
Im Erdgeschoss sind zudem Gewerbe-, Dienstleistungs- und Sportnutzungen entlang der Landsberger Allee geplant, um die städtische Vitalität zu fördern und eine Integration von Nahversorgung sowie sozialräumlichen Angeboten zu gewährleisten. Die WBM plant, das Quartier überwiegend in serieller bzw. modularer Bauweise zu entwickeln, was Vorteile wie verkürzte Bauzeiten, reduzierte Belastung für Anwohnende sowie erhöhte ökologische Effizienz mit sich bringt. Ziel ist eine Zertifizierung des Quartiers durch die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) mit der höchsten Auszeichnungsstufe, Platin. Weitere Details dazu finden Sie hier.
Die Rolle von Machbarkeitsstudien
Machbarkeitsstudien spielen eine entscheidende Rolle in der Planung städtischer Sporteinrichtungen. Das Institut für kommunale Sportentwicklung fokussiert sich darauf, aktive und bewegungsfreundliche Stadtentwicklungen zu fördern. Ziel ist es, sicherzustellen, dass Sporteinrichtungen und Bewegungsräume den städtebaulichen, ökologischen und sozialen Anforderungen entsprechen. Die Unterstützung für Städte und Gemeinden bei der Planung neuer Sporteinrichtungen und die Gestaltung bestehender Freiräume zu bewegungsfreundlichen Bereichen sind dabei zentrale Anliegen.
In Anbetracht der aktuellen Entwicklungen rund um das SEZ und die parallelen Planungen in Friedrichshain-Kreuzberg wird deutlich, dass die Diskussion um Wohnraum und Sporteinrichtungen eng miteinander verwoben ist. Die kommenden Entscheidungen werden nicht nur das Schicksal des SEZ bestimmen, sondern auch die zukünftige Entwicklung des Stadtteils und dessen soziale Infrastruktur nachhaltig beeinflussen.