In einem wegweisenden Schritt hat das Berliner Abgeordnetenhaus dem Bebauungsplan VI-140cab für den ersten Bauabschnitt des Projekts „Urbane Mitte“ im Park am Gleisdreieck zugestimmt. Dieses Vorhaben, das in den letzten Jahren immer wieder in der Kritik stand, markiert einen bedeutenden Fortschritt in der Entwicklung des Stadtteils Friedrichshain-Kreuzberg. Geplant sind zwei Gebäude mit Höhen von 25 und 49 Metern, die am südlichen Rand des U-Bahnhofs Gleisdreieck errichtet werden sollen. Insgesamt sollen rund 23.700 Quadratmeter Geschossfläche entstehen, die sowohl kommerzielle als auch soziale Nutzungen integrieren werden. In den oberen Etagen sind ein Hotel und Flächen für temporäres Wohnen vorgesehen, während die Sockelbereiche Einzelhandel, Gastronomie sowie Bildungs- und Sportangebote umfassen sollen. Besonders hervorzuheben ist, dass etwa 1.000 Quadratmeter für den Einzelhandel reserviert sind und öffentlich zugängliche Nutzungen mit Bezug zum angrenzenden Park geplant sind, insbesondere Angebote für Sport und Begegnung. Das gesamte Bauvorhaben wird auf überwiegend versiegelten Flächen realisiert und soll nach Fertigstellung der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Die Periskop Development GmbH plant, den Gestaltungswettbewerb für die Hochhäuser zeitnah anzugehen und mit dem Bau zu beginnen, sobald die Baugenehmigung vorliegt. In den kommenden Jahren sind zudem mehrere Großprojekte im Park am Gleisdreieck vorgesehen, darunter die Abtragung und Erneuerung historischer Bahnbrücken.[1]
Der Beschluss für den Bebauungsplan wurde am 1. Juli 2025 im Rahmen einer Sitzung des Senats von Berlin gefasst. Senator für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, Christian Gaebler, stellte den Plan vor, der dem Abgeordnetenhaus zur Zustimmung vorgelegt wurde. Der städtebauliche Rahmenvertrag, der 2005 mit der Grundstückseigentümerin zur Entwicklung des Gleisdreiecks abgeschlossen wurde, umfasst die Entwicklung von vier Baufeldern, darunter die Flottwellpromenade, das Yorckdreieck, den Möckernkiez und die Urbane Mitte. Das Konzept für die Entwicklung des Stadtquartiers basiert auf einem öffentlichen Werkstattverfahren aus dem Jahr 2015. Das geplante Gebäudeensemble wird auf versiegelten Brachflächen des Güterbahnhofs errichtet und soll nicht nur Wohnraum, sondern auch Büroflächen und soziale Einrichtungen für Sprache, Bildung und Sport bieten. Aufgrund der Nähe zu Bahnflächen der BVG und Deutschen Bahn AG ist jedoch eine Wohnnutzung nicht möglich. Gaebler betont die Vision eines lebendigen und vielfältigen Stadtquartiers am Gleisdreieck.[2]
Nachhaltigkeit und Bürgerbeteiligung
Ein zentrales Anliegen bei der Planung der Urbanen Mitte ist die Schaffung von grünen und sicheren Infrastrukturen sowie urbanen Freiräumen. Die Anforderungen an das Projekt sind hoch: Es soll sozial und ökologisch nachhaltig, wirtschaftlich tragfähig und nutzerorientiert sein. Zudem wird Wert auf gestalterische Qualität gelegt. Die Unternehmen, die an diesem Vorhaben beteiligt sind, erfüllen nicht nur politische und verwaltungsbezogene Vorgaben, sondern bieten auch Dienstleistungen für den Senat und die Bezirke an, darunter Potenzial- und Entwicklungsanalysen, Machbarkeitsstudien und die Etablierung von Kooperations- und Finanzierungsmodellen.[3]
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Einbindung der Bürger*innen in die Planungen gemäß den Berliner Leitlinien für Bürgerbeteiligung an der Stadtentwicklung. Diese Transparenz und Mitgestaltung sind entscheidend, um ein Stadtquartier zu schaffen, das den Bedürfnissen der Anwohner entspricht und gleichzeitig einen neuen, urbanen Lebensraum in Berlin bietet. Der Prozess der Konzeptentwicklung und Projektplanung ist somit nicht nur eine bauliche, sondern auch eine gesellschaftliche Herausforderung, die die Identität des Stadtteils prägen wird.