Im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg wird 2026 der Silvio-Meier-Preis zum 11. Mal verliehen. Dieser besondere Preis ehrt Einzelpersonen, Gruppen, Initiativen oder Projekte, die sich aktiv gegen Bevormundung, Entmündigung, Diskriminierung sowie soziale und kulturelle Ausgrenzung einsetzen. Silvio Meier, nach dem der Preis benannt ist, war ein entschlossener Kämpfer für Toleranz, Freiheit und politische Emanzipation, der 1992 von Neonazis ermordet wurde. Die Preisverleihung findet am 3. Juli 2026 um 18 Uhr im Jugendwiderstandsmuseum in der Galiläakirche statt und erinnert an den „Kirchentag von Unten“ in Ostberlin im Juni 1987, ein bedeutender Moment für Meier und andere Aktivisten.
Um für den Silvio-Meier-Preis in Betracht gezogen zu werden, müssen Bewerber:innen einen aktiven Einsatz gegen soziale Bevormundung und Diskriminierung vorweisen können. Zudem sind Zivilcourage gegenüber rechtsextremistisch und rassistisch motivierter Gewalt sowie die Bereitschaft zur Annahme der Auszeichnung wichtige Voraussetzungen. Die Bewerbungsfrist endet am 31. Mai 2026. Vorschläge sind an silvio-meier-preis@ba-fk.berlin.de zu richten. Ansprechpartner für weitere Informationen ist Werner Heck, Vorsteher der Bezirksverordnetenversammlung.
Ein Beispiel für Engagement: Nyima Jadama
Ein herausragendes Beispiel für das Engagement, das mit dem Silvio-Meier-Preis ausgezeichnet wird, ist Nyima Jadama. Sie hat die monatliche Fernsehsendung „Nyimas Bantaba“ beim Sender Alex Berlin ins Leben gerufen, um geflüchteten Menschen eine Plattform zu bieten. Jadama selbst flüchtete 2015 aus Gambia nach Deutschland aufgrund politischer Verfolgung wegen ihrer Recherchen zu Frauenrechten. Am 13. Juli 2023 erhielt sie den Silvio-Meier-Preis für ihr Engagement gegen Rassismus und Diskriminierung sowie für die Rechte Schwarzer Menschen auf der Flucht.
In ihrer Fernsehsendung und im dazugehörigen Podcast behandelt Jadama wichtige Themen wie Migration, Kultur und Frauen-Empowerment. Neben „Nyimas Bantaba“ startete sie im Jahr 2022 auch das „Kids Bantaba“ im Yaam-Club, um westafrikanische Kultur für Kinder zugänglich zu machen. Der Begriff „Bantaba“ bezeichnet einen Ort in Gambia, an dem Menschen zusammenkommen, um gesellschaftliche Anliegen zu besprechen. Jadama sieht die Auszeichnung nicht nur als persönlichen Erfolg, sondern als Anerkennung für die Menschen, für die sie kämpft.
Der Silvio-Meier-Preis und seine Bedeutung
Der Silvio-Meier-Preis ist mehr als nur eine Auszeichnung; er symbolisiert die Werte der Menschenrechte und setzt ein starkes Zeichen gegen Rassismus und Diskriminierung. Der Preis wird jährlich an diejenigen verliehen, die sich den Herausforderungen der sozialen Gerechtigkeit in Deutschland widmen. Rassismus äußert sich nicht nur in physischen Angriffen, sondern auch in strukturellen Diskriminierungen, etwa im Bildungs- oder Justizsystem. Die Preisträger:innen wie Nyima Jadama und der Verein Peace Train, der traumatisierte geflüchtete Kinder unterstützt, zeigen, wie wichtig solches Engagement ist.
Mit der kommenden Preisverleihung im Jahr 2026 wird die Bezirksverordnetenversammlung von Friedrichshain-Kreuzberg erneut ihre klare Stellungnahme gegen Diskriminierung und soziale Ungerechtigkeit bekräftigen. Die Werte, für die Silvio Meier stand, bleiben auch heute von zentraler Bedeutung in der Gesellschaft und zeigen, wie wichtig es ist, die Stimmen derjenigen zu hören, die oft nicht gehört werden.
Für weitere Informationen oder Medienanfragen steht das Team unter der E-Mail-Adresse presse@ba-fk.berlin.de zur Verfügung oder telefonisch unter (030) 90298-2843.