Heute ist der 27.02.2026, und das RAW-Gelände in Berlin-Friedrichshain steht im Fokus eines brisanten Konflikts. Dieses beliebte Areal, das nicht nur mit Restaurants, Flohmärkten und Galerien aufwartet, sondern auch mit dem „House of Music“ und sozialen Einrichtungen, ist international bekannt für seine Partymöglichkeiten. Doch die drohende Schließung von mehreren Clubs wirft einen Schatten auf die kulturelle Vielfalt des Standorts. Unter den betroffenen Clubs sind das Cassiopeia, der Weiße Hase, der Crack Bellmer und die Bar Zum schmutzigen Hobby, deren Betrieb vom Eigentümer, der Kurth-Gruppe, untersagt wurde. Auch das Restaurant Emma Pea ist in dieser kritischen Lage betroffen, da seit dem 1. Januar keine verlängerten Mietverträge mehr vorliegen und der Betrieb der Clubs lediglich geduldet wird. Die Kurth-Gruppe begründet die Nutzungsuntersagung mit mangelndem Brandschutz und fehlenden Genehmigungen, was von den Betreibern des RAW-Geländes vehement bestritten wird.
Die Bezirkspolitik reagiert alarmiert auf diese Entwicklungen. Am Mittwoch haben SPD, Linke und Grüne einem Dringlichkeitsantrag der CDU zugestimmt. In der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) wurde eine Resolution unter dem Titel „Rettet die Clubs auf dem RAW-Gelände“ verabschiedet. Diese fordert langfristige Mietverträge für die Kultureinrichtungen, auch wenn die Resolution rechtlich nicht bindend ist. Ein zentraler Punkt der Forderungen ist der Generalmietvertrag für das „Soziokulturelle L“, welches für Kultur- und Gewerbenutzungen vorgesehen ist. Der Streit zwischen dem Bezirk und der Kurth-Gruppe über die Zukunft des Kulturareals zieht sich bereits seit Jahren hin.
Hintergründe und Perspektiven
Die Kurth-Gruppe hat das Gelände 2015 erworben, mit dem Ziel, einen Gewerbe-Block und einen 100 Meter hohen Gewerbeturm zu errichten. Doch der bezirkliche Bebauungsplan sieht den Erhalt des Soziokulturellen L vor, was die Planungen der Kurth-Gruppe erheblich kompliziert. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und das Bezirksamt haben sich vorgenommen, bis Ende März offene Fragen zu klären, doch ob eine Lösung für die bedrohten Clubs gefunden werden kann, bleibt ungewiss. Der Konflikt hat sich in den letzten Wochen weiter verschärft und die Zukunft des RAW-Geländes ist damit in höchstem Maße unsicher.
Die Bedeutung solcher kultureller Einrichtungen ist nicht zu unterschätzen. Sie sind nicht nur Orte der Begegnung und des kreativen Austauschs, sondern auch ein zentraler Bestandteil der urbanen Identität Berlins. Studien zur Clubkultur unterstreichen die Rolle dieser Locations für die gesellschaftliche Entwicklung und das kulturelle Leben. Weitere Informationen dazu finden Sie auf der Webseite der Clubcommission.