Im Szenekiez von Friedrichshain-Kreuzberg hat sich seit dem 1. März eine bemerkenswerte Veränderung im Görlitzer Park vollzogen. Ein Sicherheitsdienst ist nun dafür verantwortlich, den Park um 22 Uhr abzuschließen. Diese Maßnahme soll die Sicherheit in dem beliebten Freizeitareal erhöhen und Probleme mit nächtlicher Kriminalität in den Griff bekommen. Die neuen Drehkreuze, die im Park aufgestellt wurden, ermöglichen nach 22 Uhr nur noch den Ausgang, jedoch keinen Eintritt mehr. Dies bedeutet, dass das nächtliche Treiben im Park stark eingeschränkt wird und unklar bleibt, was nach Schließung passiert. Insbesondere besteht die Sorge, dass sich Personen möglicherweise vor der Polizei verstecken könnten, was zusätzliche Sicherheitsbedenken aufwirft. Der Sicherheitsdienst selbst gibt keine Interviews und möchte nicht gestört werden, während die Senatsverwaltung bestätigt, dass der Wachdienst keine Auskunft zu seinen Erfahrungen oder Vorgehensweisen geben kann. (Tagesspiegel)
Die Maßnahmen haben bereits zu Protesten geführt. Hunderte Menschen haben demonstriert, um auf die Veränderungen aufmerksam zu machen und gegen die nächtliche Schließung des Parks zu mobilisieren. Kritiker befürchten, dass die Schließung des Parks in der Nacht nicht nur die Freiheit der Anwohner und Besucher einschränkt, sondern auch die sozialen Probleme im Kiez nicht löst. Die neuen Regelungen werden von vielen als unzureichend angesehen, um die Sicherheitslage wirklich zu verbessern. Stattdessen könnte die Schließung des Parks dazu führen, dass sich potenziell gefährliche Situationen in die umliegenden Straßen verlagern. (Spiegel)
Der Wach- und Sicherheitsdienst in Deutschland
Diese Entwicklungen werfen ein Licht auf den breiteren Kontext der Sicherheitsdienstleistungen in Deutschland. Insgesamt gibt es hierzulande knapp 5.800 Wach- und Sicherheitsunternehmen, die im Jahr 2024 einen Umsatz von rund 14,13 Milliarden Euro erzielen werden. Ein erheblicher Teil dieses Umsatzes stammt aus Sicherheitsdienstleistungen, während ein Viertel auf elektronische Gefahrenmeldeanlagen entfällt. Zu den wichtigsten Bereichen in der Sicherheitswirtschaft zählen der Objektschutz, die Flughafensicherheit sowie Notruf- und Serviceleitstellen, die zusammen über 70 Prozent des Marktanteils ausmachen.
Die Sicherheitsbranche bietet auch zahlreiche Ausbildungsberufe an, darunter die Fachkraft für Schutz und Sicherheit sowie die Servicekraft für Sicherheit. Im Jahr 2020 wurden rund 1.200 neue Ausbildungsverträge für die Fachkraft und 220 für die Servicekraft abgeschlossen, was zeigt, dass die Branche auf der Suche nach qualifiziertem Personal ist. Der durchschnittliche Bruttojahresverdienst von Vollzeit-Arbeitnehmer:innen in der Sicherheitswirtschaft lag 2021 bei etwa 34.560 Euro. Unter den größten Sicherheitsdienstleistern weltweit ist G4S mit rund 800.000 Beschäftigten der größte, während Securitas AB mit einem Umsatz von etwa 10,4 Milliarden Euro der größte Arbeitgeber ist. (Statista)