Insa Kehlenbeck, die Klimabeauftragte im Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg, ist überzeugt von der Bedeutung kleiner Schritte im Klimaschutz. Trotz Herausforderungen wie gekürzten Fördermitteln und Personalengpässen sieht sie in der engagierten und warmherzigen Teamatmosphäre des Bezirksamts eine gute Basis für die Umsetzung von Klimaschutz- und Klimaanpassungskonzepten. Ihre Philosophie ist einfach: Niemand muss perfekt sein. Bereits eine Erreichung von 80 Prozent ist ein großer Erfolg. Dies spiegelt sich auch in ihrem persönlichen Lebensstil wider: Sie ist zwar keine vollständige Vegetarierin, achtet jedoch auf bewussten Lebensmittelkonsum und setzt auf kleine Veränderungen im Alltag, wie die Nutzung von Fahrrad und öffentlichem Nahverkehr sowie die Entscheidung für Second Hand-Produkte.

Kehlenbeck betont die Wichtigkeit pragmatischer Ansätze, um die Lebensqualität der Bürgerinnen zu verbessern. Dabei könnte das EU-Förderinstrument LIFE, das sich ausschließlich auf Umwelt- und Klimaziele konzentriert, eine wichtige Rolle spielen. Das LIFE-Programm unterstützt Akteurinnen vor Ort dabei, innovative Lösungen zu entwickeln und bewährte Best Practices anzuwenden, um die Klimaziele der EU zu erreichen. Die Teilprogramme beinhalten unter anderem Klimaschutz und Klimaanpassung, die darauf abzielen, eine klimaneutrale und resiliente Gesellschaft zu fördern.

Aktuelle LIFE-Projekte und ihre Ziele

Im Rahmen des LIFE-Programms werden zahlreiche Projekte ins Leben gerufen, die gezielt auf die Herausforderungen des Klimawandels reagieren. Beispielsweise konzentriert sich das LIFE-Projekt „Roll-out-ClimAdapt“ auf die Klimaanpassung in Nordrhein-Westfalen und der niederländischen Gemeinde West-Overijssel. Hier werden maßgeschneiderte Anpassungsstrategien entwickelt, um auf heiße Sommer, Starkregen und Hochwasser zu reagieren. Ein weiteres Projekt, CONTEMPO2, befasst sich mit nachhaltigem Wassermanagement und der Schaffung von Fischrefugien, um hitzeempfindliche Arten zu schützen.

Mit dem EU-Ziel, bis 2050 klimaneutral zu werden, und der Mission „100 klimaneutrale und intelligente Städte bis 2030“ wird die Bedeutung solcher Projekte umso deutlicher. Die EU hat sich zum Ziel gesetzt, dass 100 Städte bis 2030 klimaneutral werden, wobei Städte wie Aachen, Dortmund, und München bereits Klimastadtverträge erarbeitet haben, die umfassende Pläne für Klimaneutralität in verschiedenen Bereichen beinhalten.

Die Herausforderungen des Klimawandels und der reduzierte Nachhaltigkeitsagenden erfordern ein gemeinsames Handeln. Das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bau koordiniert die nationale Begleitprozesse und fördert den Austausch von Informationen und Erfahrungen zwischen den Städten. Insa Kehlenbecks pragmatischer Ansatz und die Unterstützung durch EU-Programme wie LIFE könnten entscheidend dafür sein, wie wir in der Zukunft mit den Herausforderungen des Klimawandels umgehen.