In der Bezirkszentralbibliothek Pablo Neruda in Friedrichshain-Kreuzberg wird am 15. April 2026 ein besonderes literarisches Ereignis stattfinden. Die Autorin Sandra Lüpkes stellt ihr neues Buch “Ein Ort, der bleibt” vor, ein Roman, der sich mit den tiefen Themen Vergänglichkeit, Neubeginn und Hoffnung auseinandersetzt. Die Veranstaltung ist kostenlos, jedoch ist eine Anmeldung erforderlich. Weitere Informationen finden sich auf der Webseite der Bibliothek hier.
Der Roman basiert auf historischen Begebenheiten und erzählt die bewegende Geschichte von Magda Heilbronn. Ihr Leben nimmt 1933 eine dramatische Wendung, als ihr Mann Alfred, ein Botaniker in Münster, aufgrund seiner jüdischen Herkunft seine Professur verliert. Die Familie flieht nach Istanbul, wo der damalige Staatsgründer Mustafa Kemal Atatürk plant, die Universitäten zu modernisieren und einen Botanischen Garten zu errichten. Magda bringt Samen aus ihrer westfälischen Heimat mit, die später im Botanischen Garten, unter der Leitung der talentierten Botanikerin Mehpare, eine zentrale Rolle spielen.
Ein Blick in die Geschichte
Mehpare, die als Alfreds Assistentin im Botanischen Garten arbeitet, hat jedoch mit ihren eigenen emotionalen Schwierigkeiten zu kämpfen. Erst ein tragisches Unglück zwingt sie, sich ihren Gefühlen zu stellen. Jahrzehnte später kehrt die Stadtplanerin Imke nach Istanbul zurück, um eine Studie zur Zukunft des Botanischen Gartens zu erstellen. Sie muss lernen, über das Schicksal des Gartens mitzuentscheiden und aus dem Schatten anderer herauszutreten.
Das Buch “Ein Ort, der bleibt” behandelt nicht nur die Themen Flucht und Vertreibung, sondern verwebt auch die Suche nach Identität und Heimat. Es wird am 17. April 2026 im Rowohlt Kindler Verlag veröffentlicht und wird das Literaturfestival „Eine Insel liest ein Buch“ 2026 auf Juist eröffnen. Diese thematischen Schwerpunkte sind besonders relevant in einer Zeit, in der viele Menschen weltweit ähnliche Erfahrungen machen müssen.
Erinnerungen an Flucht und Vertreibung
Die Erlebnisse von Magda und ihrer Familie spiegeln die Geschichten einer Vielzahl von Menschen wider, die in der Vergangenheit und auch heute noch unter Flucht und Vertreibung leiden. Zeitzeugenberichte über Flucht und Vertreibung aus historischen deutschen Ostprovinzen und Siedlungsgebieten im Osten zeigen, wie wichtig es ist, diese Geschichten zu erzählen und im nationalen Gedächtnis zu verankern. Diese Berichte, die in einem Archiv des Bundes der Vertriebenen (BdV) gesammelt werden, umfassen Lebensgeschichten, Tagebücher und Reiseberichte und sind für die Öffentlichkeit und die Wissenschaft zugänglich. Weitere Informationen zu diesen Berichten finden sich hier.
In einer Zeit, in der das Schicksal vieler Menschen oft im Schatten der Gesellschaft bleibt, bietet Sandra Lüpkes‘ Roman eine Plattform zur Auseinandersetzung mit den Fragen von Identität, Herkunft und der Suche nach einem Platz in der Welt. Es ist ein Buch, das nicht nur zum Nachdenken anregt, sondern auch dazu einlädt, über die eigene Geschichte und die der anderen nachzudenken.


