Am 24. Februar 2026 haben wir in Friedrichshain-Kreuzberg die Möglichkeit, einen Blick auf die aktuellen Entwicklungen im Betriebsrat von HelloFresh zu werfen. Adrian, ein Softwareentwickler, der seit 2023 für das Unternehmen tätig ist, hat sich 2024 im Betriebsrat engagiert. Dabei betont er die Bedeutung von Arbeitsbedingungen und Arbeitnehmerrechten, insbesondere in einer Zeit, in der Individualisierung und Isolation in der Arbeitswelt zunehmen. In Städten wie Berlin, wo viele Menschen ohne familiäre Unterstützung leben, sieht Adrian die gegenseitige Unterstützung als essenziell an. Er ruft alle Mitarbeitenden dazu auf, aktiv im Betriebsrat mitzuarbeiten und sich an den bevorstehenden Betriebsratswahlen zu beteiligen, um den gewünschten Mentalitätswandel in der Tech-Branche zu fördern. Die vier Vollzeitmitglieder des Betriebsrats hoffen, dass viele Kolleg*innen motiviert werden, sich zu engagieren und für den Betriebsrat zu kandidieren. Weitere Informationen zu den Perspektiven des Betriebsrats bei HelloFresh finden Sie in einem Artikel auf berlin.de.

Doch wie steht es um die allgemeine Situation von Betriebsräten in Deutschland? Eine aktuelle Studie des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales zeigt, dass der Trend zur Gründung von Betriebsräten in kleinen und familiengeführten Unternehmen rückläufig ist. Rund 60 Prozent der Betriebe haben keinen Betriebsrat, was bedeutet, dass alternative Kommunikationsformen zwischen Management und Beschäftigten vorherrschen. Wo Betriebsräte existieren, wird die Zusammenarbeit jedoch überwiegend positiv bewertet. Engagierte Betriebsräte sind aktiv in Bereichen wie Einstellungen, Arbeitszeitregelungen und Arbeitsschutz, und ihre Präsenz korreliert häufig mit besseren Arbeitsbedingungen und höherer Arbeitszufriedenheit der Beschäftigten. Diese Erkenntnisse stammen aus der Betriebsbefragung 2023 und der Beschäftigtenbefragung 2024, ergänzt durch das IAB-Betriebspanel. Weitere Details finden Sie in einem umfassenden Bericht auf bmas.de.

Die Rolle des Betriebsrats

Der Betriebsrat (BR) übernimmt eine zentrale Rolle als Vermittler zwischen der Chefetage und der Belegschaft. Zu seinen Aufgaben gehört nicht nur die Vertretung der Mitarbeitenden, sondern auch die Überwachung von Gesetzen und Verordnungen sowie die Mitgestaltung von Arbeitsbedingungen. Ein Beispiel ist Lisa Stahl-Grandjean, stellvertretende Vorsitzende des BR der Haufe Akademie, die sich seit vier Jahren für die Belange der Mitarbeitenden einsetzt. Wöchentliche Hauptsitzungen des BR behandeln Anträge zu Personalmaßnahmen wie Einstellungen und Versetzungen.

Die Voraussetzungen für die Mitgliedschaft im BR sind klar geregelt: mindestens sechs Monate Betriebszugehörigkeit und ein Mindestalter von 18 Jahren. Auch Auszubildende und befristet Beschäftigte können gewählt werden. Die Motivation, sich im BR zu engagieren, kann aus persönlichen Erfahrungen oder dem Wunsch heraus entstehen, Kollegen zu unterstützen. Die Rechte und Pflichten des BR sind im Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG) festgeschrieben und beinhalten unter anderem das Überwachungsrecht sowie das Initiativrecht. Weitere Informationen zu den Aufgaben und Rechten des Betriebsrats finden Sie auf haufe-akademie.de.