Am Donnerstagnachmittag besuchte Regine Sommer-Wetter, die stellvertretende Bezirksbürgermeisterin und Sozialstadträtin, die Wärmestube der Bürgerhilfe e.V. (KUBUS e.V.) in der Cuvrystraße 11-12, Berlin-Kreuzberg. Diese Einrichtung, die im Wrangelkiez beheimatet ist, bietet Platz für etwa 60 Gäste und hat sich seit ihrer Gründung in den frühen 90er Jahren der Unterstützung von Menschen in schwierigen Lebenssituationen verschrieben. Im Jahr 2008 zog die Wärmestube von der Wrangelstraße in die Cuvrystraße um und hat sich seitdem zu einem wichtigen Anlaufpunkt für wohnungslose Menschen entwickelt.
In der Wärmestube werden nicht nur warme Getränke und Speisen angeboten, sondern auch eine Kleiderkammer, Duschen sowie verschiedene Sozial-Beratungsangebote. Zudem erhalten die Gäste Unterstützung bei Behördenangelegenheiten und können eine Meldeadresse nutzen. Täglich besuchen zwischen 60 und 80 Menschen die Wärmestube, die montags, donnerstags und freitags von 12 bis 16 Uhr sowie dienstags von 16 bis 20 Uhr geöffnet ist. Während ihres Besuchs sprach Sommer-Wetter mit der Leiterin Patricia Jaufmann, dem stellvertretenden Einrichtungsleiter Tamir Wallach, der Sozialarbeiterin Agnes Wagner und dem Öffentlichkeitsarbeiter Gernot Zessin über die Bedarfe der Gäste und die Herausforderungen, mit denen die Einrichtung konfrontiert ist.
Herausforderungen der Kältehilfe
Ein zentrales Thema der Gespräche war die Digitalisierung der Behörden, die die Antragstellung für Klienten erschwert. In der Wärmestube sind derzeit drei hauptamtliche Mitarbeiter und einige ehrenamtliche Helfer tätig, die oftmals selbst in prekären Lebenslagen leben. Diese ehrenamtlichen Helfer sind unverzichtbar für die tägliche Arbeit und die Unterstützung der Gäste.
Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) bietet in ähnlicher Weise wohnungslosen und obdachlosen Menschen verschiedene niedrigschwellige Angebote an, die in der Regel kostenlos sind. Zu diesen Angeboten zählen Notunterkünfte, Tagesstätten, Beratungs- und Betreuungsstellen sowie medizinische Betreuung. Besonders in der kalten Jahreszeit sind Wärmestuben und Kältebusse wichtige Anlaufstellen für Betroffene, um ihnen einen sicheren Ort zu bieten. Das DRK hat sich zum Ziel gesetzt, den Menschen in den Mittelpunkt seiner Arbeit zu stellen, geprägt von Wertschätzung und Respekt (Quelle).
Aktuelle Situation und Zukunftsausblick
Die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe warnt jedoch vor einer unzureichenden Versorgung von Obdachlosen, insbesondere angesichts einer bevorstehenden Kältewelle. Geschäftsführerin Sabine Bösing hebt hervor, dass Kälte für obdachlose Menschen eine akute Lebensgefahr darstellt. Der Deutsche Wetterdienst warnt vor deutlich niedrigeren Temperaturen in den kommenden Tagen, was das Risiko einer Unterkühlung für viele Betroffene erhöht. Viele obdachlose Menschen leiden bereits unter Vorerkrankungen, Mangelernährung oder Erschöpfung, was die Situation zusätzlich verschärft (Quelle).
Die hohe Zahl von über 1.029.000 Wohnungslosen in Deutschland, darunter 50.000 obdachlose Menschen, zeigt die Dringlichkeit dieser Thematik. Diese Zahl ist im Vergleich zum Vorjahr um rund 11 Prozent gestiegen. Bösing warnt zudem vor einem weiteren Anstieg der Wohnungslosigkeit aufgrund drohender Kürzungen im sozialen Sicherungssystem. Es ist klar, dass die Herausforderungen für Einrichtungen wie die Wärmestube und viele andere Hilfsangebote weiterhin groß bleiben werden.