Das Ende einer Ära steht bevor: Der Abriss des ehemaligen Sport- und Erholungszentrums (SEZ) an der Landsberger Allee in Berlin-Friedrichshain ist für den 2. März 2026 angesetzt. Nach fast zwei Jahrzehnten des Leerstands und Verfalls wird das SEZ, das jahrzehntelang ein zentraler Treffpunkt für Sport und Freizeit in Ost-Berlin war, nun abgerissen. Diese Entscheidung wurde von der Wohnungsbaugesellschaft Mitte (WBM) bekannt gegeben und stößt auf gemischte Reaktionen in der Bevölkerung und von Fachleuten.
Die Abrissarbeiten werden in zwei Phasen erfolgen. Zunächst steht die Schadstoffsanierung und der Rückbau des Schwimmhallenbereichs bis September auf dem Plan. Dabei sollen vier ikonische Stahlstützen als Erinnerungszeichen erhalten bleiben. In der zweiten Phase folgt der vollständige Rückbau der restlichen SEZ-Gebäude. Trotz der Kritik von Baustadtrat Florian Schmidt (Grüne), der das Vorgehen der WBM ablehnt und den Abriss als nicht notwendig erachtet, hat das Bezirksamt keine Möglichkeit, diesen zu stoppen.
Neues Wohnquartier in Planung
Nach dem Abriss plant die WBM ein neues Stadtquartier, das nach Entwürfen des Büros Stefan Forster gestaltet werden soll. Geplant sind rund 680 Wohnungen, die etwa 1.500 Menschen ein Zuhause bieten werden. Interessanterweise werden die Wohnungen in serieller und modularer Bauweise errichtet, wobei die Hälfte als geförderter Wohnraum vorgesehen ist. Darüber hinaus wird das Areal auch Gewerbe-, Dienstleistungs- und Sportangebote umfassen, um eine lebendige Nachbarschaft zu schaffen.
Ein parkähnlicher Freiraum, der weitgehend autofrei gestaltet werden soll, wird ebenfalls Teil des neuen Quartiers sein. Geplant ist zudem der Bau einer Schule, deren Errichtung Ende 2026 beginnen soll. Die Entwicklung wird trotz der kritischen Stimmen von Initiativen, wie „SEZ für Alle“, die auf die Möglichkeit einer Klage zur Durchsetzung des Denkmalschutzes hoffen, vorangetrieben.
Der Denkmalschutz in Berlin
In diesem Kontext ist es wichtig zu erwähnen, dass Denkmalschutz und Denkmalpflege in Deutschland Ländersache sind und somit auch in Berlin spezifische Regelungen existieren. Das Denkmalschutzgesetz Berlin (DSchG Bln) regelt die entsprechenden Bestimmungen, während die Verwaltung in einem zweistufigen System organisiert ist. Hierbei spielt sowohl das Bezirksamt mit der Unteren Denkmalschutzbehörde als auch die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten eine Rolle. Die Oberste Denkmalschutzbehörde (OD) und das Landesdenkmalamt (LDA) sind in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen angesiedelt und unterstreichen die Komplexität des Denkmalschutzes in der Hauptstadt.
Die Diskussion um das SEZ ist somit nicht nur ein lokales Thema, sondern spiegelt auch die größeren Herausforderungen und Entscheidungen wider, die in Bezug auf den Erhalt von historischen Bauwerken und die Entwicklung urbaner Räume in Berlin zu treffen sind. Die kommenden Monate werden zeigen, wie sich die Pläne konkretisieren und ob es den Initiativen gelingt, den Denkmalschutz für das SEZ durchzusetzen.
Weitere Informationen finden Sie in den Quellen: Entwicklungsstadt und t-online.de.