Heute ist der 13.04.2026 und der 1. Mai rückt näher. In Berlin-Kreuzberg wird dieser Feiertag traditionell mit Raves und Demonstrationen verbunden. Der 1. Mai hat seine Wurzeln als Kampftag der Arbeiter und ist nach wie vor ein Anlass für zahlreiche Proteste in der Stadt. Doch die Planungen für das diesjährige Myfest stehen in einem anderen Licht.

Das Myfest, das seit 2003 gefeiert wurde und als friedliches Straßenfest als Gegenpol zu gewaltsamen Demonstrationen am 1. Mai gedacht war, ist für 2025 abgesagt worden. Der Eintritt war stets kostenlos und die Veranstaltung fand an beliebten Orten wie der Oranienstraße, dem Oranienplatz, dem Rio-Reiser-Platz und dem Mariannenplatz statt. In den vergangenen Jahren konnte das Myfest bis zu 200.000 Besucher anziehen, die sich an 20 Bühnen mit Live-Musik und Performance-Kunst erfreuten. Nach einer pandemiebedingten Pause zwischen 2020 und 2022 wird auch für 2026 kein offizielles Myfest geplant. Stattdessen sind informelle Feiern zwischen Oranienstraße, Rio-Reiser-Platz, Naunynstraße und Mariannenplatz zu erwarten, während im Görlitzer Park die Veranstaltung „Free Görli – Rave Against the Zaun“ stattfinden wird, die von 8 bis 22.30 Uhr angesetzt ist (Morgenpost).

Aktivitäten am 1. Mai

Der 1. Mai ist in Berlin ein vielschichtiger Feiertag. Am Abend des 30. April findet um 20 Uhr der „Take Back the Night“-Demonstrationszug statt, der ausschließlich für FLINTA*-Personen gedacht ist. Diese Demonstration wird in diesem Jahr von Palästina-Aktivistinnen organisiert. Am Morgen des 1. Mai beginnt um 9.30 Uhr eine Kundgebung der Gewerkschaften am Roten Rathaus, gefolgt von weiteren Aktionen im Laufe des Tages.

Eine Techno-Demo im Görlitzer Park unter dem Motto „Free Görli – Rave against the Zaun“ wird von 13 bis 17 Uhr stattfinden, um gegen den umstrittenen Zaun um den Park zu protestieren. Die Protestierenden planen, sich um 18 Uhr dem traditionellen Demonstrationszug vom Südstern durch Kreuzberg anzuschließen. Zudem wird für Fahrradenthusiasten eine Fahrraddemo am 1. Mai organisiert, die um 10 Uhr mit zwei Zubringer-Demos am Hermannplatz und am Falkplatz beginnt (Berlin Live).

Ein Blick in die Zukunft

Die Absage des Myfests mag für viele eine Enttäuschung sein, doch die alternative Veranstaltungslandschaft am 1. Mai zeigt, dass der Feiertag auch weiterhin im Zeichen von Protest und Feier steht. Informelle Feiern werden die Lücken füllen, und die Menschen werden sich in Kreuzberg versammeln, um ihre Stimmen zu erheben und gemeinsam zu feiern. Mit einer Mischung aus politischen Botschaften und Feierlichkeiten wird der 1. Mai auch weiterhin ein bedeutender Tag in Berlin bleiben.

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Es bleibt abzuwarten, wie sich die Veranstaltungen entwickeln werden. Die nach wie vor hohe Beteiligung an Demonstrationen und Feiern zeigt, dass die Menschen in Berlin auch in herausfordernden Zeiten zusammenkommen, um für ihre Anliegen einzutreten und ihre Kultur zu feiern.