Die Veranstaltungsreihe 2023 mit dem Motto „Frauen überwinden Grenzen“ wird am 3. Februar 2026 in Berlin eröffnet. Ziel dieser vierwöchigen Initiative ist es, vielfältige Stimmen und Perspektiven von Frauen zusammenzubringen, um Grenzen zu hinterfragen und Geschlechtergerechtigkeit zu fördern. Die Programmpunkte umfassen Lesungen, Filmvorführungen, Workshops, Diskussionsveranstaltungen, Netzwerkangebote, Beratungen und Kiezrundgänge. Diese breite Palette an Formaten soll einen Raum für Austausch und Interaktion schaffen, der besonders Frauen zu Wort kommen lässt, deren Stimmen oft in gesellschaftlichen Debatten unterrepräsentiert sind. Berlin.de berichtet von einem besonders festlichen Auftakt, der von der Schauspielerin und Komikerin Thelma Buabeng geleitet wird.

Buabeng, die auch die Initiative „Black Womxn Matter“ gegründet hat, wird die Eröffnungsrede halten. Ihre Arbeit zielt darauf ab, die afrodeutsche Perspektive in Medien und Gesellschaft zu stärken und somit einen großen Beitrag zur Sichtbarkeit der intersektionalen Themen zu leisten, die im Rahmen des Festivals erörtert werden.

Vielfalt und Kreativität im Programm

Ein musikalisches Highlight der Auftaktveranstaltung ist der Feature Chor Berlin, der mit exklusiven Arrangements von Popmusik berühmter Komponistinnen und Sängerinnen auftritt. Neben musikalischen Beiträgen wird das feministischen Tanzkollektiv Walashé ein Stück mit dem Titel „uterus affairs“ präsentieren, das sich mit dem Bild der Mütter in unserer Gesellschaft auseinandersetzt. Moderiert wird der Abend von Yolanda Rother, die mit ihrer Erfahrung einen zusätzlichen Rahmen für die Diskussionen bieten wird.

Die Thematisierung des intersektionalen Feminismus ist dabei zentral. Diese Strömung hat ihren Ursprung im Schwarzen Feminismus und beleuchtet, wie verschiedene Diskriminierungsformen zusammenwirken. Intersektionalität berücksichtigt auch die Überschneidungen von Rasse, Klasse und Geschlecht, was in der feministischen Bewegung immer mehr an Bedeutung gewinnt. Eine der bekanntesten Vertreterinnen dieser Theorie, Kimberlé Crenshaw, empfahl bereits in den späten 1980er Jahren, dass der Feminismus nicht nur auf Sexismus, sondern auch auf Rassismus und andere Diskriminierungsformen fokussiert werden sollte. Der intersektionale Feminismus fordert somit einen umfassenden Abbau aller Diskriminierungsformen und wird zunehmend von sozialen Bewegungen anerkannt.Wikipedia

Literatur und Aktivismus

Ergänzend zur Veranstaltungsreihe ist auch das Buch „Mobilizing Black Germany. Afro-German Women and the Making of a Transnational Movement“ von Tiffany N. Florvil thematisch relevant. Es reconstructs die Geschichte der Schwarzen deutschen Bewegung und beleuchtet die Rolle afro-deutscher Aktivistinnen im intersektionalen Feminismus. Dieses Werk, das bei Springer VS und University of Illinois Press erschienen ist, verwendet zahlreiche unveröffentlichte Quellen und bietet Einblicke in die Verknüpfungen von Intellektualität und Aktivismus. Die Autorin hebt wichtige Figuren wie Audre Lorde und May Ayim hervor, die gemeinsam mit Organisationen wie der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD) und ADEFRA maßgeblich zur Sichtbarkeit und Stärkung der afro-deutschen Stimmen beigetragen haben. Open Gender Journal fasst zusammen, dass Florvils Buch in einer klaren, verständlichen Sprache verfasst ist und aktuelle Forschungsbedürfnisse adressiert.

Die Veranstaltung und die begleitende Literatur verdeutlichen die Notwendigkeit, intersektionale Ansätze auch in der Praxis anzuwenden. So zeigt sich der fortwährende Einfluss feministischer Bewegungen, die nicht nur Geschlechtergerechtigkeit, sondern ein umfassendes Verständnis für alle Formen der Diskriminierung anstreben.