Am Dienstag, dem 16. September 2025, wird in Berlin die Ausstellung „Frauen Bauen Stadt. The City Through a Female Lens“ eröffnet. Bezirksstadtrat Oliver Schruoffeneger wird um 18 Uhr die Eröffnungsansprache halten. Die Veranstaltung findet im transdisziplinären Zentrum BHROX bauhaus reuse auf der Mittelinsel des Ernst-Reuter-Platzes statt, einem Ort, der architektonisch durch zurückgewinne Fassadenelemente des Dessauer Bauhauses geprägt ist. Diese Ausstellung, die vom Team um Wojciech Czaja und Katja Schechtner konzipiert wurde, beschäftigt sich intensiv mit dem Einfluss weiblicher Perspektiven auf die Stadt der Zukunft.

Die Schau läuft bis zum 25. September 2025 und ist täglich (außer montags) von 12 bis 20 Uhr geöffnet. Sie ist Teil der Programmreihe „Modern Emancipation“ und richtet sich an über 2,5 Milliarden Frauen, die im Jahr 2030 in urbanen Räumen leben und arbeiten werden. Gezeigt werden Arbeiten von rund einem Dutzend Architektinnen, Planerinnen und Künstlerinnen aus aller Welt, die sich weiterhin mit den Themen urbanes Vermächtnis und städtebauliches Engagement auseinandersetzen.

Diese Ausstellung im Kontext

Die zuvor in Wien (2021) und Bregenz (2022) gezeigte Ausstellung hat einen klaren thematischen Fokus: Sie möchte zeigen, wie Frauen nicht nur die bestehende Stadtplanung kritisieren, sondern auch aktiv zu einem Umdenken in der Urbanistik und Architektur beitragen. Laut einem Beitrag über Feministische Perspektiven auf Stadtplanung wird herausgestellt, dass die historische Planung von Städten und Gebäuden vorwiegend durch Männer geprägt war. Frauen haben jedoch in den letzten Jahrhunderten visionäre Ideen entwickelt, um diese Strukturen zu hinterfragen und neu zu gestalten, und haben so entscheidend zur Verbesserung der Lebensqualität in urbanen Räumen beigetragen.

Die Ausstellung zeigt Beispiele von bekannten sowie weniger gewürdigten Künstlerinnen, die die Entwicklung städtischer Räume reflektieren und Einfluss auf das gesellschaftliche und wirtschaftliche Gefüge ausüben. Insbesondere wird thematisiert, wie durch diese Perspektiven die soziale Gerechtigkeit und die Verbesserung der Reproduktionsarbeit in den Fokus rücken, was durch internationale Zielsetzungen für inklusivere Städte unterstützt wird.

Ein barrierefreier Zugang

Die Veranstalter haben auch an die Zugänglichkeit gedacht: Während BHROX bauhaus reuse und die Mittelinsel barrierefrei sind, ist der Zugang über den U-Bahnhof Ernst-Reuter Platz (Linie U2) nicht barrierefrei. Reisende haben jedoch die Möglichkeit, alternative Anfahrten zur Mittelinsel zu nutzen, die mit Genehmigung möglich sind.

Für Interessierte, die mehr über die Ausstellung erfahren möchten, steht Adelina Nicolaescu als Kontaktperson zur Verfügung. Anfragen können per E-Mail an info@bauhaus-reuse.de gerichtet werden. Die Ausstellung ist Teil eines breiteren Diskurses über Materiale und immaterielle Aspekte der Stadtplanung und deren geschichtliche Entwicklung. Sie trägt zur Förderung von Gender- und Diversitätsfragen in der Architektur und Stadtplanung bei, wie auch in der Publikation von Czaja und Schechtner über „Frauen Bauen Stadt“, die 2021 erschien.

Mit dieser besonderen Ausstellung wird ein Absatzkreislauf zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Stadtplanung geöffnet, und das Potenzial der weiblichen Sichtweise auf urbanes Leben wird in den Vordergrund gerückt, so dass alle Geschlechter von inklusiven Stadtstrukturen profitieren können.

Für weitere Informationen zur Ausstellung besuchen Sie bitte die Seiten von Berlin.de, De Gruyter Brill und Academia.edu.