Im Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten (LFA) in Berlin brodelt es. Die Mitarbeiter schlagen Alarm wegen der enormen Arbeitslast, die ihnen seit dem Beginn des Ukraine-Kriegs im Jahr 2022 auferlegt wurde. Der schiere Anstieg der Flüchtlingszahlen hat die Arbeitsbedingungen massiv verschlechtert, wie ein Bericht von www.focus.de zeigt.
Eine Tatsache, die das Ausmaß der Krise verdeutlicht, ist die Anzahl an Fällen, die ein einzelner Sachbearbeiter betreuen muss – im Durchschnitt sind es aktuell 280. Hinzu kommt eine wachsende Zahl an persönlichen Anfragen, die die ohnehin schon strapazierten Kapazitäten des Amtes noch weiter belasten.
Harte Realität im Amt
Die Folgen der Überlastung sind bereits deutlich sichtbar. Allein im Jahr 2023 verließen 56 Mitarbeiter das LFA, was einem Zehntel der gesamten Belegschaft entspricht. Im ersten Halbjahr 2024 kamen 29 weitere Kündigungen hinzu. Dies führt nicht nur zu einem erheblichen Personalmangel, sondern auch zu einer enormen Belastung der verbleibenden Mitarbeiter, die zahlreiche Überstunden machen müssen, um über die Runden zu kommen.
Angesichts der langen Wartezeiten, die die Geflüchteten ertragen müssen, steigt die Frustration massiv an. Aggressionen gegenüber den LFA-Mitarbeitern, sowohl verbal als auch physisch, gehören mittlerweile zum Alltag. Die Behörde kann ihrer Fürsorgepflicht für die physische und psychische Gesundheit ihrer Angestellten kaum noch nachkommen.
Fordern statt Bangen
Um der Krise Herr zu werden, fordert die Mitarbeitervertretung dringend Maßnahmen. Neben der Schaffung unbefristeter Vollzeitstellen pochen sie auf eine finanzielle Sicherung für den Einsatz von Zeitarbeitskräften. Doch die Aussichten auf Besserung sind schlecht, da der anhaltende russische Angriffskrieg keine Entspannung der Lage erwarten lässt.
Der dringliche Brandbrief an den Regierenden Bürgermeister Kai Wegner (CDU), den Senat und das Abgeordnetenhaus datiert bereits vom 28. August dieses Jahres. Doch bisher erhielten die Mitarbeiter keine Reaktion, was die Frustration im LFA weiter verstärkt.