Der Fennsee in Berlin steht vor großen Herausforderungen. Von September bis Dezember 2025 sind umfangreiche Arbeiten geplant, die zur ökologischen Aufwertung des Gewässers beitragen sollen. Das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf hat diese Maßnahmen im Rahmen des Kleingewässerprogramms der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt initiiert. Hauptaugenmerk liegt auf der Entfernung von übermäßig wachsenden Wasserpflanzen, die nicht nur die Wasserqualität beeinträchtigen, sondern auch unangenehme Gerüche verursachen.

Besonders stark ist der Fennsee mit Wasserlinsen, auch als Entengrütze bekannt, bewachsen. Diese Pflanzen bedecken fast das ganze Jahr über die Wasseroberfläche und führen zu einem als „ökologisch verarmt“ beschriebenen Zustand des Gewässers. Zudem sind die Pflanzen dafür verantwortlich, dass Licht und Platz für andere Wasserpflanzen blockiert werden, was negative Auswirkungen auf die dort lebenden Tiere hat. Daher ist die Entnahme dieser Pflanzen ein wichtiger Bestandteil der geplanten Maßnahmen, die auch das Entfernen von Müll aus dem Uferbereich umfasst.

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Ökologische Maßnahmen und langfristige Ziele

Zusätzlich zur Entfernung der Wasserpflanzen sind neue Flachwasserzonen am Ufer vorgesehen, die mit heimischen Wasserpflanzen bepflanzt werden sollen. Diese Maßnahmen sollen nicht nur den ökologischen Zustand des Fennsees verbessern, sondern auch dazu beitragen, überschüssige Nährstoffe zu entziehen. Diese Nährstoffüberschüsse sind eine direkte Folge der Einleitung von Regenwasser, das von Straßen und Autobahnen kommt, und sind eine Ursache für die Algenproblematik.Berlin.de berichtet, dass die hohen Nährstoffangebote fast ganzjährige Massenentwicklungen von Wasserpflanzen verursachen.

Besucher des Fennsees werden gebeten, die neuen Flachwasserzonen und die sich entwickelnden Pflanzen nicht zu betreten, um die ökologischen Verbesserungen nicht zu gefährden. Ab 2024 wird zudem ein „innovatives Verfahren“ zur Verbesserung der Wasserqualität eingesetzt, welches die Sauerstoffversorgung des Sees erhöhen und die Geruchsbelästigung reduzieren sollBerliner Kurier.

Ein globales Problem

Die Herausforderungen des Fennsees sind jedoch kein Einzelfall. Auf europäischer Ebene hat die Europäische Umweltagentur festgestellt, dass im Jahr 2021 nur 37 Prozent der Oberflächengewässer in der EU einen „guten“ oder „sehr guten“ ökologischen Zustand erreichten. Die Hauptursachen für die Verschlechterung der Wasserqualität sind vielfältig: Industriechemikalien, chemische Rückstände aus der Landwirtschaft und neu auftretende Schadstoffe wie Mikroplastik belasten die Gewässer erheblichEuropäisches Parlament.

Die Notwendigkeit für den Fennsee und seine Maßnahmen ist also nicht nur lokal, sondern spiegelt auch nationale und europäische Herausforderungen im Bereich des Gewässerschutzes wider. Um die Situation in Gewässern wie dem Fennsee zu verbessern, fordert das Europäische Parlament aktuell eine strengere Einhaltung und Umsetzung bestehender Vorschriften, die die Gewässerqualität sichern sollen.