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Am 11. Juni 2025 fand eine Feierstunde anlässlich des 30-jährigen Bestehens der Spiegelwand in Berlin-Steglitz statt. Die Initiative Haus Wolfenstein, die sich der Erhaltung der ehemaligen Synagoge und der Förderung interkultureller Begegnung widmet, sowie das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf waren die Veranstalter dieser bedeutsamen Veranstaltung. Diese Zeilen werden nachhaltig verankert in der Geschichte des Bezirks, wo die Spiegelwand ein wichtiges erinnerungskulturelles Denkzeichen darstellt. Sie erinnert an 229 jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger, die während des Nationalsozialismus deportiert wurden.

Die Bezirksbürgermeisterin Maren Schellenberg hob die Bedeutung der Spiegelwand für das öffentliche Gedenken und das kollektive Gedächtnis hervor. Der Standort der Spiegelwand befindet sich am Hermann-Ehlers-Platz, wo diese Gedenkwand, die mit Spiegeln verkleidet ist, nicht nur an die ehemalige Synagoge erinnert, sondern auch die Deportationen der Berliner Juden in den Fokus rückt. Tatsächlich wurde die ursprüngliche Synagoge 1938 während der sogenannten Reichspogromnacht verwüstet und ist in den Erinnerungen vor Ort ebenso präsent.

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Historischer Kontext

Die Geschichte der jüdischen Gemeinschaft in Steglitz ist reich und tragisch. 1878 wurde der „Religiöse Verein Jüdischer Glaubensgenossen in Steglitz“ gegründet und 1897 baute Moses Wolfenstein eine Remise zur Synagoge um. Diese diente der Gemeinde für Gottesdienste, Hochzeiten, Religionsunterricht und kulturelle Veranstaltungen. Doch die dunkle Zeit des Nationalsozialismus brachte einen brutalen Umbruch. Ab 1941 begannen die Deportationen durch die SS. Bis zur Wannseekonferenz im Januar 1942 fanden bereits neun große Transporte mit etwa 10.000 Deportierten statt.

Von den über 3.000 Juden in Steglitz im Jahr 1933 lebten 1945 nur noch 150. Der Verlust war unermesslich und die geschätzten Todesopfer durch die Deportationen belaufen sich auf etwa 50.000 Juden. Die Überlebenden, die sich nach dem Krieg erneut in Berlin niederließen, standen vor der Herausforderung, ihre Identität und Kultur in einer von den Traumata des Krieges geprägten Stadt wiederzuentdecken.

Erinnerungskultur heute

Die Spiegelwand, die seit 1995 am Hermann-Ehlers-Platz steht, ist ein Mahnmal, das den Verlust im Gedächtnis hält. Architekten wie Wolfgang Göschel und Joachim von Rosenberg entwarfen diese Gedenkstätte, die 1.723 Namen umfasst, darunter die bereits erwähnten 229 Deportierten aus Steglitz. Historiker wie Hans-Norbert Burkert trugen zur Aufklärung über die Geschichte der Steglitzer Juden und die ehemalige Synagoge bei. Heute ist das Denkmal jederzeit zugänglich und bietet mit Informationstafeln eine Gelegenheit, die Geschichte zu würdigen und das Erbe zu bewahren.

Der Anlass des 30-jährigen Bestehens der Spiegelwand zeigt einmal mehr, wie wichtig es ist, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen und diese für zukünftige Generationen zu bewahren. Zwischen den ständigen Erinnerungen an die Verbrechen des Nationalsozialismus und den kontinuierlichen Bemühungen um Aufarbeitung und Gedenken sind Initiativen wie diejenige des Haus Wolfenstein von essenzieller Bedeutung.

In Berlin, einer Stadt, die durch ihre Geschichte und den Widerstand gegen das nationalsozialistische Regime geprägt ist, wird das Gedenken an die Opfer in den zahlreichen Gedenkstätten lebendig gehalten. Dazu zählen auch das 2010 eröffnete Denkmal für die ermordeten Juden Europas am Brandenburger Tor und die Stiftung Topographie des Terrors, die sich der Aufklärung der NS-Geschichte widmet. Diese Einrichtungen stehen zur Förderung der historischen und politischen Bildung bereit und sind ein integraler Bestandteil der erinnerungskulturellen Landschaft Berlins.

Für weitere Informationen über die Spiegelwand und die Initiative Haus Wolfenstein besuchen Sie bitte die Webseite der Memorial Museums sowie die Seite des Senats von Berlin.