Am 16. Dezember 2024 fand im Rathaus Reinickendorf der Einsamkeitsgipfel 2024 statt, eine von der Bezirksbürgermeisterin Emine Demirbüken-Wegner (CDU) initiierte Veranstaltung. Ziel der Veranstaltung war es, die Herausforderungen von Einsamkeit im Alter zu besprechen. Eröffnet wurde der Gipfel von der Poetin Jessy James LaFleur mit einem nachdenklichen Gedicht. Anschließend hielt Prof. Dr. med. Mazda Adli einen Vortrag mit dem Titel „Einsamkeit – Wissenswertes über einen besonderen Seelenschmerz“.

Die Veranstaltung bot auch Raum für praktische Anregungen. Stefanie Wind, Sprecherin der AG Einsamkeit Exit, sprach über das Thema „Einsamkeit begegnen – Gemeinschaft gestalten“. Nach den Vorträgen wurden die Teilnehmenden in Gruppen zu wichtigen Themen der Einsamkeit organisiert, darunter Tabu und Stigma, Einsamkeitsprävention, Mobilität sowie Digitalisierung.

Einsamkeit bei älteren Menschen

Die Problematik der Einsamkeit ist besonders im Alter ausgeprägt. Laut den Maltesern ist etwa jeder zehnte ältere Mensch in Deutschland von Einsamkeit betroffen. In der Regel nimmt mit dem Alter die Anzahl der sozialen Beziehungen ab, wodurch das Risiko sozialer Isolation steigt. Besonders belastend wird Einsamkeit empfunden, wenn die Anzahl oder Qualität der sozialen Kontakte nicht den persönlichen Erwartungen entspricht. Diese Einsamkeitsgefühle können sich negativ auf die körperliche und seelische Gesundheit, Lebensqualität sowie das allgemeine Wohlbefinden auswirken.

Studien zeigen, dass Faktoren wie Armut, Migrationshintergrund und gesundheitliche Einschränkungen eine Rolle bei der Einsamkeit im Alter spielen. War dies zuvor ein Tabuthema, so wird es mittlerweile immer mehr öffentliche Aufmerksamkeit zuteil. Eine Forsa-Umfrage aus dem Frühjahr 2021 ergab, dass mehr als jede fünfte Person ab 75 Jahren sich häufig oder hin und wieder einsam fühlt.

Folgen der sozialen Isolation

Die negativen Konsequenzen von Einsamkeit und sozialer Isolation sind nicht zu unterschätzen. Forscher stellen fest, dass soziale Isolation als unabhängiger Risikofaktor für erhöhte Morbidität und Mortalität im Alter gilt. Ältere Menschen, die sozial isoliert sind, haben ein höheres Risiko für chronische Erkrankungen, eine verringerte Lebensqualität und ein erhöhtes Suizidrisiko. Die SARS-CoV-2-Pandemie hat die Situation zudem verschärft, da viele ältere Menschen in dieser Zeit noch isolierter waren.

Zum Beispiel verstärkt soziale Isolation, die oft mit mangelnden sozialen Kontakten einhergeht, das Risiko für die Entwicklung von Krankheiten wie Bluthochdruck, Herzinsuffizienz und Diabetes. Auch die Compliance bei der Medikamenteneinnahme leidet, was zu schlechteren Krankheitsverläufen führt. Die Problematik erfordert dringend Maßnahmen, um die soziale Situation älterer Menschen zu verbessern und gesundheitliche Risiken zu minimieren.

Die Bedeutung von Angeboten zur sozialen Teilhabe, medizinischer Betreuung sowie psychosozialer Unterstützung wird immer deutlicher. Online-Ressourcen können hierbei wertvolle Hilfen bieten, um Einsamkeit und die damit verbundenen psychischen Belastungen zu reduzieren und älteren Menschen zu einem besseren Lebensstandard zu verhelfen.

Insgesamt zeigt der Einsamkeitsgipfel 2024 in Reinickendorf, wie wichtig es ist, das Thema Einsamkeit und soziale Isolation regelmäßig auf die Agenda zu setzen und konkrete Lösungen zu entwickeln. Durch den Austausch und der Arbeit in Gruppen wird die Grundlage für eine aktive Gemeinsamkeit geschaffen, die den betroffenen Menschen zugutekommen könnte.

Weitere Informationen zur Thematik und den Chancen zur Unterstützung finden Sie in den bildenden Studien von den Maltesern sowie den veröffentlichten Forschungsergebnissen zur Thematik der Einsamkeit und sozialen Isolation.

Für detaillierte Berichte und Studien über Einsamkeit und deren Auswirkungen auf ältere Menschen besuchen Sie bitte die Seiten der Berliner Bezirksverwaltung, der Malteser sowie des National Center for Biotechnology Information.