Am 4. März 2026 hat der Berliner Senat dem Jahresbericht zur Initiative „Pflege 4.0 – Made in Berlin“ zugestimmt. Diese Initiative, die von Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege, Ina Czyborra, vorgestellt wurde, zielt darauf ab, die digitale Transformation in der Pflegebranche voranzutreiben. Im Jahr 2025 wurden bedeutende Impulse gesetzt, um Pflegeeinrichtungen, pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen beim Einsatz digitaler Technologien zu unterstützen.
Im Rahmen dieser Initiative hat das Berliner Landeskompetenzzentrum Pflege 4.0 die ersten Schritte zur Anbindung an die Telematikinfrastruktur erfolgreich umgesetzt. Bis November 2025 hatten bereits 74 % der Berliner Pflegeeinrichtungen die ersten Stufen des Anschlusses vollzogen, was Berlin im Bundesvergleich im oberen Drittel positioniert. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der digitalen Befähigung pflegebedürftiger Menschen und ihrer Angehörigen. Niedrigschwellige Informationsangebote und Veranstaltungen sowie das Online-Tool „Mein Technik-Finder“ wurden angeboten, um den Zugang zu digitalen Lösungen zu erleichtern.
Die digitale Transformation in der Pflege
„Pflege 4.0“ beschreibt die umfassende digitale Transformation der Pflegebranche. Ziel dieser Entwicklung ist es, moderne Technik zu integrieren, um die Effizienz zu steigern, die Pflegenden zu entlasten und die Versorgungsqualität zu verbessern. Dabei gibt es keine einheitliche Definition des Begriffs, doch die Digitalisierung stützt sich auf drei Kernelemente: strukturierte Prozesse, moderne Technologien und Technologie-Kompetenzen. Digitale Pflegeanwendungen (DiPA), Robotik und KI-gestützte Systeme sind zentrale Bestandteile dieser neuen Pflegewelt.
Eine Prognose der Bertelsmann-Stiftung zeigt, dass die Zahl der Pflegebedürftigen bis 2030 um 50 % ansteigen könnte, während gleichzeitig etwa 500.000 Pflegekräfte fehlen dürften. Digitale Innovationen können helfen, die Herausforderungen in der Pflege zu bewältigen. Diese Technologien bieten zahlreiche Vorteile, darunter eine Effizienzsteigerung durch digitale Dokumentation, die Entlastung des Fachpersonals durch automatisierte Abläufe und eine bessere Versorgung in ländlichen Regionen durch Telemedizin.
Künstliche Intelligenz und ihre Rolle in der Pflege
Im Jahr 2025 gewann das Thema Künstliche Intelligenz (KI) in der Pflege zunehmend an Bedeutung. Das Kompetenzzentrum beschäftigte sich dabei mit den Chancen, Grenzen und ethischen Fragestellungen von KI-gestützten Anwendungen. Veranstaltungen wie „Pflege digital – KI, aber wie!?” haben gezeigt, dass Vertrauen in die Innovationskraft der Pflege von großer Bedeutung ist. Ein zentrales Anliegen ist es, die Versorgungsprozesse zusammen zu denken und die Pflege aktiv in die Entwicklung digitaler Lösungen einzubeziehen.
Die digitale Transformation erfordert nicht nur Investitionen in IT-Infrastruktur und Schulungen, sondern auch neue Arbeitsprozesse und eine verbesserte Cybersicherheit. Angesichts der steigenden Zahl an Cyberangriffen auf Pflegeeinrichtungen ist der Schutz der IT-Systeme ein wichtiges Thema. Transparente Kommunikation über Cyberangriffe soll den Austausch zwischen Einrichtungen fördern und das Lernen aus Erfahrungen unterstützen.
Ausblick auf die Zukunft der Pflege
Für 2026 plant das Kompetenzzentrum eine verstärkte Fokussierung auf die Optimierung pflegerischer Versorgungsprozesse durch Digitalisierung und KI. Anwendungsbeispiele aus der Diakonie Stiftung Salem zeigen bereits, dass KI den Dokumentationsaufwand erheblich reduzieren und die Pflege verbessern kann. Sprachbasierte KI-Systeme können beispielsweise den Dokumentationsaufwand um ein Drittel senken und die Genauigkeit sowie die Mitarbeiterzufriedenheit erhöhen.
Insgesamt zeigt sich, dass die digitale Transformation der Pflege nicht nur die Organisation und Arbeitskultur beeinflusst, sondern auch die politischen Rahmenbedingungen erfordert, um die Potenziale der Digitalisierung voll ausschöpfen zu können. Ziel bleibt es, dass Technologie die Pflege nicht ersetzt, sondern menschlicher macht und mehr Zeit für persönliche Zuwendung schafft. In diesem Kontext ist es entscheidend, dass alle Beteiligten – von Trägern über Politik bis hin zu Kostenträgern und Berufsgruppen – eng zusammenarbeiten, um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern.
Für weitere Informationen und Details zu diesem Thema besuchen Sie bitte die Quellen: Demografie-Portal, Telekonnekt und Caretrialog.


