Die Danneckerstraße im Berliner Bezirk Friedrichshain wird derzeit für ein ambitioniertes Projekt umgestaltet. Geplant ist eine Entsiegelung und Begrünung nach dem Schwammstadt-Prinzip. Dies geschieht mit einem klaren Ziel: die Schaffung Berlins erster „Gartenstraße“. Die Finanzierung erfolgt über Bundesfördermittel in Höhe von rund 1,6 Millionen Euro. Der Umbau befindet sich momentan in der Vorplanungsphase, und die zuständigen Behörden sind optimistisch.

Die Danneckerstraße hat seit 2020 eine besondere Rolle als temporäre „Klimastraße“ eingenommen. Diese Maßnahme schloss den motorisierten Verkehr aus und setzte auf Kübelpflanzen, um ein angenehmeres Stadtklima zu schaffen. Der Bereich ist bereits verkehrsberuhigt, was die baulichen Eingriffe erleichtert. Diese Umgestaltung orientiert sich an Vorbildern aus Paris, insbesondere der Rue Édouard Pailleron, die ebenfalls mit innovativen grünen Infrastrukturen experimentieren.

Kritik und Herausforderungen

Trotz der positiven Entwicklung gibt es kritische Stimmen aus der CDU, die Zweifel an der Vergleichbarkeit der Rahmenbedingungen zwischen Paris und Berlin äußern. Diese Bedenken beziehen sich insbesondere auf die umfassende Pflege bestehender Grünanlagen. Viele Stimmen fordern, dass eine bessere Instandhaltung dieser Flächen Priorität haben sollte, bevor neue Projekte ins Leben gerufen werden. Diese Diskussion ist nicht neu und begleitet viele klimaorientierte Umbauprojekte in der Hauptstadt.

Knapp 102 Klimawirkungen und 13 Handlungsfelder werden in der Klimawirkungs- und Risikoanalyse 2021 der Bundesregierung aufgezeigt. Um den Herausforderungen des Klimawandels, der sich in Deutschland zunehmend durch Wetterextreme wie Starkregen und Hitzewellen bemerkbar macht, zu begegnen, hat die Bundesregierung die Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel (DAS) entwickelt. Diese ermöglicht eine sektorenübergreifende Vorgehensweise, die durch Fortschrittsberichte fortgeschrieben wird.

Das Schwammstadt-Prinzip: Eine Lösung für urbane Herausforderungen

Das Schwammstadt-Prinzip wird als zentrale Maßnahme für resiliente Stadtstrukturen betrachtet. Diese Strategie integriert blau-grüne Infrastrukturen in die Stadtplanung, um die natürlichen Wasserhaushalte wiederherzustellen. In Schwammstädten wird Regenwasser an der Quelle zurückgehalten, was hilft, Staunässe und Überschwemmungen zu verlangsamen. Sichtbare blaue Elemente, wie Wasserflächen, und grüne Elemente, darunter Stadtbäume und Versickerungsflächen, sind charakteristisch für diese Ansätze.

Die Stadtverwaltung und die Planer hoffen, dass die Danneckerstraße als Modellprojekt für weitere Straßenumbauten in Berlin dienen kann. Der Erfolg hängt dabei stark von der Umsetzung, der Akzeptanz bei den Bürgern und der langfristigen Pflege ab. Wenn das Konzept überzeugt, könnte es als Vorlage für ähnliche Vorhaben in anderen Stadtteilen dienen und dazu beitragen, Berlin auf die Herausforderungen des Klimawandels besser vorzubereiten.