In Charlottenburg-Wilmersdorf ist das Wald-Gymnasium, das seit 116 Jahren besteht, in den Mittelpunkt einer lebhaften Debatte um die Zukunft der Schulbildung gerückt. Eine Petition mit dem Ziel, die Umwandlung des Wald-Gymnasiums in eine Integrierte Sekundarschule (ISS) abzulehnen, wurde ins Leben gerufen. Diese Petition richtet sich an den Ausschuss für Schule, die Bezirksverordnetenversammlung sowie die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie. Die Bedenken bezüglich der Umwandlung sind vielfältig: Kritiker sehen sie als unbegründet und riskant für die Schulqualität im Bezirk an. Zudem wird angeführt, dass alternative Lösungen für Schulplätze nicht ernsthaft in Betracht gezogen wurden.
Die Entscheidungsfindung, so die Vorwürfe, basierte auf einem Kriterienkatalog des Schulamts, der ausschließlich äußere Merkmale berücksichtigte. In der Petition wird auch der Vorwurf der Vorfestlegung durch das Bezirksamt erhoben. Ein besonderes Merkmal des Wald-Gymnasiums ist, dass es als einziges Gymnasium im Bezirk Italienisch als zweite Fremdsprache anbietet, was auf eine hohe Nachfrage stößt, die das Platzangebot übersteigt. Auch die Abiturerfolgsquote von 100 Prozent über die letzten fünf Jahre spricht für die hohe Qualität der Ausbildung an dieser Schule.
Forderungen der Petition
Die Petition formuliert klare Forderungen: Der Erhalt des Wald-Gymnasiums in seiner aktuellen Schulform sowie der sofortige Abbruch des Umwandlungsverfahrens stehen im Fokus. Des Weiteren wird eine transparente, faktenbasierte Neubewertung unter Einbeziehung der Schulgemeinschaft und des Bezirks gefordert. Die Schule hat einen ausgezeichneten Ruf und stabile Anmeldezahlen über die Bezirksgrenzen hinaus, was die Bedeutung des Erhalts in der aktuellen Form unterstreicht.
Das Wald-Gymnasium bietet darüber hinaus eine hohe Flexibilität bei der Kurswahl und verzichtet auf eine Zwangsbelegung einer dritten Fremdsprache. Dies, gepaart mit einem breiten Angebot an Leistungskursen, insbesondere im Bereich Fremdsprachen, macht es zu einer attraktiven Bildungseinrichtung. Zusätzliche Sportstunden in der 7. und 8. Klasse runden das Angebot ab und zeigen, dass die Schule auf die Bedürfnisse ihrer Schülerinnen und Schüler eingeht.
Aktuelle Rahmenbedingungen im Bildungswesen
Die laufenden Reformen im deutschen Bildungsbereich, die seit 2023 in Kraft sind, sind ein weiterer Aspekt, der in diesem Kontext Beachtung finden sollte. Die bildungspolitische Strategie zielt darauf ab, das Bildungssystem angesichts des demografischen Wandels, des Fachkräftebedarfs und der Digitalisierung weiterzuentwickeln. Zu den Maßnahmen gehören unter anderem die Überarbeitung der Bildungsstandards sowie die Förderung digitaler Lernumgebungen. Der „Pakt für berufliche Schulen“ soll die Innovations- und Integrationsfähigkeit in der Schulbildung sichern.
In diesem Zusammenhang ist die Verantwortung im Bildungswesen von großer Bedeutung: Die föderative Struktur in Deutschland bedeutet, dass die Länder das Gesetzgebungsrecht innehaben, während der Bund für bestimmte Bereiche zuständig ist, wie die Hochschulzulassung und Ausbildungsförderung. Dies führt zu einer Vielzahl von Reformen und Initiativen, die darauf abzielen, die Qualität und Vergleichbarkeit der Bildung zu steigern. Im Rahmen dieser Reformen wird auch die Notwendigkeit eines Rechtsanspruchs auf ganztägige Förderung für Grundschulkinder ab 2026 eingeführt.
Für weitere Informationen über das Wald-Gymnasium können Interessierte die offizielle Webseite der Schule besuchen unter www.wald-gymnasium.de. Dort finden sich auch Kontaktdaten wie die Telefonnummer 030 / 9 02 92 69 30 oder die E-Mail-Adresse sekretariat@waldgymnasium.schule.berlin.de für Anfragen.
Die Entwicklungen rund um das Wald-Gymnasium sind ein Beispiel für die Herausforderungen, vor denen das Bildungssystem in Deutschland steht. Angesichts der Reformen und der ständig wachsenden Anforderungen an Schulen bleibt abzuwarten, wie sich die Situation weiter entwickeln wird und welche Entscheidungen letztlich getroffen werden.