Im Herzen von Berlin-Wilmersdorf trifft man auf eine faszinierende Mischung aus alltäglicher Geschäftigkeit und beeindruckender Architektur. Hier, am Fehrbelliner Platz, pulsiert das Leben, besonders am Wochenende, wenn sich der Kunst- und Trödelmarkt öffnet und Berliner aller Altersgruppen zusammenkommen. Ein ganz besonderer Ort in dieser lebhaften Umgebung ist die Wilmersdorfer Moschee, die nicht nur das älteste noch genutzte islamische Gotteshaus in Deutschland ist, sondern auch ein architektonisches Meisterwerk.

Die Wilmersdorfer Moschee, auch bekannt als Berliner Moschee oder Indische Moschee, wurde zwischen 1924 und 1928 erbaut und am 23. März 1928 feierlich eröffnet. Entworfen von dem Architekten Karl Alfred Herrmann, orientiert sich das Bauwerk am indischen Mogulstil und ist inspiriert vom Taj Mahal. Mit ihrer imposanten Kuppel, die einen Durchmesser von 10 Metern und eine Höhe von 26 Metern hat, sowie zwei Minaretten, die jeweils 32 Meter hoch sind, zieht die Moschee Gläubige und Touristen gleichermaßen an. Sie bietet Platz für bis zu 400 Gläubige und wird seit 2010 regelmäßig für Gottesdienste genutzt.

Die Geschichte der Wilmersdorfer Moschee

Die Moschee wurde von der Ahmadiyya Andschuman Isha’at-i-Islam Lahore (AAIIL) finanziert, und die erste Trauung eines deutschen Ehepaars, das den Islam annahm, fand bereits 1934 dort statt. Die Gemeinde, die 1922 in Charlottenburg gegründet wurde, hatte in der Weimarer Republik mit Rivalitäten unter muslimischen Vereinen zu kämpfen, öffnete sich jedoch für alle Muslime und stellte eine wichtige Anlaufstelle dar. Die Moschee war auch während des Nationalsozialismus ein Ort des Widerstands, obwohl sie stark beschädigt wurde, als die Minarette im Zweiten Weltkrieg als Maschinengewehrstellungen genutzt wurden.

Nach dem Krieg wurde die Moschee mit Hilfe von Spenden und den Alliierten wiederhergestellt. Sie erlebte eine vollständige Renovierung, die um die Jahrtausendwende begonnen wurde, und steht seit 1993 unter Denkmalschutz. Derzeit wird mit Unterstützung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz daran gearbeitet, die ursprüngliche Aura des Taj Mahal wiederherzustellen. Die Moschee strahlt heute in blütenweiß mit zart abgestuften Grüntönen im Eingangsbereich und zieht noch immer Besucher aus aller Welt an, die sich von ihrer Architektur und Geschichte faszinieren lassen.

Ein Ort der Begegnung und Kreativität

Die Umgebung der Wilmersdorfer Moschee ist ebenso lebhaft. Das Parkcafé in der Nähe, das seit 2002 von Lothar Ewerhardy geleitet wird, ist ein beliebter Treffpunkt für ältere Berliner, Künstler und sogar Anwälte. Hier gibt es 1000 Sitzplätze im Biergarten, der im Sommer einladend ist, und Frühstück bis 18 Uhr im Winter. Josi Jones, eine ehemalige Einzelhändlerin, hat sich entschieden, U-Bahn-Fahrerin zu werden und pendelt täglich 40 Stationen auf der Linie U7, um mehr Ruhe in ihr Leben zu bringen.

Ein weiterer Anziehungspunkt ist der Wilmersdorfer Flohmarkt, der für seine günstigen Angebote und den freundlichen Umgang bekannt ist. Die Trödelqueens Uli und Marianne engagieren sich leidenschaftlich für den Markt und sorgen dafür, dass die Besucher eine angenehme Erfahrung machen. Und für Kreative gibt es an der Volkshochschule am Hohenzollerndamm spannende Kurse in Holzbildhauerei, Goldschmiedekunst, Keramik und Kochen.

Insgesamt ist Wilmersdorf ein Stadtteil, der nicht nur durch seine bedeutende Architektur besticht, sondern auch durch seine kulturelle Vielfalt und die Möglichkeit zur Begegnung. Die Wilmersdorfer Moschee ist dabei ein herausragendes Beispiel für religiöse Toleranz und ein Ort, der die Geschichte und Gegenwart der Stadt miteinander verbindet. Mehr Informationen zur Moschee finden Sie in den Quellen: rbb-online, Wikipedia und Denkmalschutz.de.