Am 24. Februar 2026 jährt sich der Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine zum vierten Mal. Dieser Tag ist nicht nur ein Gedenktag für das Leid, den Verlust und die Zerstörung, sondern auch ein Zeichen der Solidarität und des kulturellen Widerstands. Aus diesem Anlass lädt der dokumentartheater berlin e.V. zur Veranstaltung „Geschichte(n) unter Beschuss“ ein. Die Gedenkveranstaltung findet um 19:30 Uhr im Festsaal des Rathaus Charlottenburg-Wilmersdorf, Otto-Suhr-Allee 100, 10585 Berlin, statt. Ein Höhepunkt des Abends wird der Auftritt der ukrainischen Sängerin Mavka sein, der die Veranstaltung mit Musik bereichert und zur Reflexion, zum Austausch und zur Verbundenheit mit der Ukraine anregt. Weitere Informationen zur Veranstaltung sind auf der Webseite von visitberlin.de zu finden.
Der fortdauernde Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine hat für viele Menschen verheerende Auswirkungen. Insbesondere die Museen in der Ukraine, die für die Bevölkerung wichtige Orte darstellen, haben unter den Angriffen gelitten. Mykola Lukin, Kurator des Nationalen Kunstmuseums in Odessa, berichtet von den Schäden, die durch einen russischen Angriff im November 2023 verursacht wurden. Das Museum, das zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, erlitt erhebliche Schäden; Fenster wurden durch Holzspanplatten ersetzt und der Wiederaufbau wird von Freiwilligen unterstützt. Bis Juli 2025 wurden in der Ukraine bereits 1.500 Kulturdenkmäler und 2.300 Kultureinrichtungen als beschädigt oder zerstört gemeldet. Besonders betroffen sind die Regionen Donezk, Charkiw und Cherson, wo Kunstwerke an sichere Orte gebracht wurden, um sie vor weiterer Zerstörung zu schützen. Eine neue Ausstellung im Museum mit dem Titel „Plejaden“ zeigt über 300 Objekte, die die Geschichte der Ukraine reflektieren und die verschiedenen Epochen, von der Zarenzeit bis zur unabhängigen Ukraine, thematisieren. Details zur Ausstellung können unter tagesschau.de nachgelesen werden.
Kultur als Widerstand und Identität
Kultur spielt eine zentrale Rolle im Kontext des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. Die Aggression zielt nicht nur auf Territorium, sondern auch auf die ukrainische kulturelle Identität und den künstlerischen Ausdruck. Viele Kulturschaffende befinden sich im Fronteinsatz und die öffentliche Kulturförderung ist stark eingeschränkt. Die Strukturen im Kultursektor bedürfen dringend der Reform, um den enormen Herausforderungen zu begegnen. Künstlerische und kulturelle Praktiken sind entscheidend für den gesellschaftlichen Zusammenhalt, die Entflechtung kolonialer Strukturen sowie die Integration von Geflüchteten und die Sichtbarkeit ukrainischer Positionen im Ausland. Eine starke kulturelle Infrastruktur wird benötigt, um diese Ziele zu erreichen.
Am 10.-11. April 2025 kamen 80 Expert*innen aus den ukrainischen Kulturszenen zusammen, um auf einer Tagung, organisiert vom Goethe-Institut Ukraine in Zusammenarbeit mit dem Ukraine Art Aid Center und ALIPH, über die Herausforderungen der Kultur im Krieg zu diskutieren. Die Ergebnisse dieser Workshops wurden auf der Ukraine Recovery Conference präsentiert und stehen online zur Verfügung. Der Kultursektor der Ukraine befindet sich in einer vielschichtigen Krise; der Kampf ums Überleben wird durch systemische strukturelle Einschränkungen erschwert. Dennoch bleibt der Kultursektor ein Schlüsselelement der nationalen Sicherheit und eine Quelle der Stabilität, Heilung und kollektiven Stärke. Weitere Informationen hierzu können auf der Webseite des Goethe-Instituts nachgelesen werden: goethe.de.