Heute ist der 23.02.2026 und in Berlin, genauer gesagt im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf, bereitet man sich auf einen bedeutenden Tag vor. Am 24. Februar 2026 jährt sich der Beginn des russischen Aggressionskriegs gegen die Ukraine zum vierten Mal. Dieser Tag ist nicht nur ein trauriger Gedenktag, sondern auch ein Anlass zur Reflexion über die verheerenden Auswirkungen des Krieges auf die ukrainische Kultur und Identität. In diesem Rahmen lädt der dokumentartheater berlin e.V. zur Veranstaltung „Geschichte(n) unter Beschuss“ ein.

Die Gedenkveranstaltung findet um 19:30 Uhr im Festsaal des Rathaus Charlottenburg-Wilmersdorf, Otto-Suhr-Allee 100, 10585 Berlin, statt. Ein Höhepunkt des Abends wird der Auftritt der ukrainischen Sängerin Mavka sein, die mit ihrer künstlerischen Botschaft des Gedenkens und der Hoffnung berühren möchte. Neben der Musik wird das Event dokumentarisches Theater bieten und Raum für Reflexion, Austausch und Solidarität mit der Ukraine schaffen.

Kultureller Widerstand und Zerstörung

Der Krieg hat nicht nur verheerende menschliche Verluste gefordert, sondern auch zehntausende Kulturgebäude, Artefakte und kulturell bedeutende Orte beschädigt oder zerstört. In den letzten vier Jahren wurden in der Ukraine über 1.500 Kulturdenkmäler und 2.300 Kultureinrichtungen als beschädigt oder zerstört gemeldet. Besonders betroffen sind die Regionen Donezk, Charkiw und Cherson. Das Nationale Kunstmuseum in Odessa, ein Teil des UNESCO-Weltkulturerbes, musste nach einem russischen Angriff im November 2023 erhebliche Schäden hinnehmen, die zum Teil mit Holzspanplatten behoben wurden.

Der Wiederaufbau der beschädigten Kulturstätten wird von Freiwilligen unterstützt, da der Kultursektor in der Ukraine dringend Reformen benötigt, um den Herausforderungen des Krieges zu begegnen. Die Aggression zielt nicht nur auf die physische Zerstörung, sondern auch auf die kulturelle Identität der Ukraine und den künstlerischen Ausdruck. Viele Kulturschaffende stehen im Fronteinsatz, während die öffentliche Kulturförderung stark eingeschränkt ist.

Kunst als Ausdruck der Hoffnung

Trotz der widrigen Umstände ist die Kunst ein zentrales Element des Widerstands und des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Sie spielt eine entscheidende Rolle in der Integration von Geflüchteten und in der Bewahrung der ukrainischen Identität. Eine neue Ausstellung im Nationalen Kunstmuseum mit dem Titel „Plejaden“ zeigt über 300 Objekte, die die Geschichte der Ukraine reflektieren und die Resilienz der Kultur unterstreichen. Die Kunst bleibt ein Schlüsselelement der nationalen Sicherheit und eine Quelle der Stabilität in diesen herausfordernden Zeiten.

Die Veranstaltung „Geschichte(n) unter Beschuss“ findet also nicht nur zum Gedenken an die Opfer des Krieges statt, sondern auch als Plattform für kulturellen Austausch und Solidarität. Der Kurator Mykola Lukin wird berichten, wie der Krieg die Kunstszene in der Ukraine beeinflusst hat und welche Schritte unternommen werden, um die kulturelle Identität zu bewahren. Diese Themen sind nicht nur für die Ukraine von Bedeutung, sondern werfen auch Fragen zur Prägung des kulturellen Lebens in einem von Konflikten geprägten Europa auf.

Der 24. Februar 2026 wird somit ein Tag der Erinnerung, der Hoffnung und des kulturellen Widerstands. Es ist eine Gelegenheit, die Stimme der Ukraine zu hören und deren ungebrochenen Geist in der Kunst zu feiern, auch inmitten von Zerstörung und Verlust.