Am Donnerstag, den 5. März 2026, eröffnet die Ausstellung „Frauen im geteilten Deutschland“ um 17 Uhr in der Rathausgalerie im Rathaus Charlottenburg. Bezirksstadtrat Oliver Schruoffeneger und Lidia Perico von der Stabsstelle Bildung für nachhaltige Entwicklung (SBNE) werden die Eröffnung leiten. Diese Präsentation, die von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur organisiert wird, thematisiert die Lebenswirklichkeiten von Frauen in Ost- und Westdeutschland in den 1970er- und 1980er-Jahren. Ziel ist es, die Vielfalt weiblicher Lebensrealitäten sichtbar zu machen und gängige Klischees über „die Ostfrau“ und „die Westfrau“ zu hinterfragen.
Die Ausstellung wird bis Dienstag, den 31. März 2026, zu sehen sein und auf 20 großformatigen Plakaten verschiedene gesellschaftliche Rollenbilder und Erfahrungen präsentieren. Die Öffnungszeiten sind werktags von 10 bis 18 Uhr, der Eintritt ist frei und die Galerie ist barrierefrei zugänglich. Weitere Informationen sind auf der Webseite der Bundesstiftung Aufarbeitung zu finden: Bundesstiftung Aufarbeitung. Für Rückfragen steht die Stabsstelle für nachhaltige Entwicklung, Juliane Brix, unter der E-Mail-Adresse sbne@charlottenburg-wilmersdorf.de zur Verfügung.
Einblicke in die Lebensrealitäten
Die deutsche Teilung ist mittlerweile seit über drei Jahrzehnten Geschichte. Dennoch bestehen Klischees über Frauen aus Ost- und Westdeutschland weiterhin. Westfrauen werden oft als „Heimchen am Herd“ oder als Karrierefrauen beschrieben, während Ostfrauen häufig als tough oder als Rabenmütter angesehen werden, weil sie ihre Kinder in die Krippe geben. Solche Zuschreibungen sind vielfältig und zum Teil widersprüchlich. Die Ausstellung zielt darauf ab, die Erfahrungen von Frauen sichtbar zu machen und die unterschiedlichen Lebensrealitäten in Ost- und Westdeutschland zu beleuchten.
Eine spannende Fragestellung, die die Ausstellung aufwirft, ist, ob Frauen in beiden deutschen Staaten trotz der unterschiedlichen Rahmenbedingungen ein gemeinsames Streben nach Selbstbestimmung hatten. Diese Fragestellung ist nicht nur historisch von Bedeutung, sondern hat auch Auswirkungen auf die gegenwärtige Diskussion über Geschlechterrollen und Gleichstellung in Deutschland.
Der Kontext der Gleichstellung
Die Geschichte der Gleichstellung in Deutschland zeigt, dass es zwar Fortschritte gegeben hat, jedoch weiterhin strukturelle Ungleichheiten bestehen. Wichtige Meilensteine sind das Frauenwahlrecht, das 1918 eingeführt wurde, und die rechtliche Gleichstellung, die 1949 im Grundgesetz verankert wurde. Dennoch sind viele Herausforderungen geblieben. So wurde 1977 die Zustimmungspflicht für verheiratete Frauen zur Erwerbsarbeit aufgehoben, was einen bedeutenden Schritt zur ökonomischen Selbstbestimmung darstellt.
Die Ausstellung „Frauen im geteilten Deutschland“ fügt sich in diesen historischen Kontext ein und bietet eine Plattform für die Diskussion über die Erfolge und Herausforderungen der Gleichstellung in Deutschland. Sie lädt dazu ein, die vielfältigen Lebensrealitäten von Frauen zu reflektieren und über die Fortschritte der letzten Jahrzehnte nachzudenken. Trotz der Errungenschaften bleibt der Fokus auf Reformen zur Arbeitsmarktgleichstellung, reproduktiven Selbstbestimmung und Gewaltschutz unverändert wichtig, insbesondere im Hinblick auf die Herausforderungen, die Frauen heute noch begegnen.