In der vergangenen Nacht hat Umweltminister Till Backhaus (SPD) den Zustand eines gestrandeten Buckelwals in der Bucht der Insel Poel nördlich von Wismar überprüft. Der Wal, der zunächst bei steigendem Wasserstand freigeschwommen war, lag jedoch nur zwei Stunden später wieder im hüfttiefen Wasser fest. Bei der Kontrolle, bei der Backhaus und Experten der Landesfischereiaufsicht sich dem Wal mit einem Boot bis auf etwa 500 Meter näherten, wurde festgestellt, dass die Atemfrequenzen des Wals zunächst zwischen zwei und vier Minuten lagen und im Verlauf langsamer wurden. Dies deutet auf Stress des Tieres hin.
Am Montagmorgen schwamm der Wal zunächst in der Bucht, doch die Situation blieb angespannt. Am Abend waren Bewegungen des Wals in Richtung der tiefen Fahrrinne zu beobachten, danach blieb er wieder liegen. Backhaus betonte, dass es richtig war, den Wal zunächst ruhen zu lassen, nachdem Mobilisierungsversuche unternommen wurden. In der Nacht wird ein Rückgang des Wasserstands erwartet, was die Situation des Wals zusätzlich drängt. Backhaus geht nicht davon aus, dass der Wal in der Nacht weiter schwimmen wird. Die Wasserschutzpolizei bleibt in der Nähe des Tieres, um die Situation zu überwachen.
Die Herausforderungen der Walrettung
Die Herausforderungen, die mit der Rettung gestrandeter Wale verbunden sind, sind vielfältig. Großwale wie Buckelwale werden bei Strandungen durch ihr eigenes Körpergewicht erdrückt, wenn sie nicht rechtzeitig ins tiefere Wasser zurückgebracht werden. Zudem ist die Regulation der Körpertemperatur bei gestrandeten Walen nicht mehr gewährleistet, was schnell zu Überhitzung führen kann.
Ein besorgniserregendes Phänomen bei gestrandeten Walkadavern ist die Gasbildung, die zu einer sogenannten Walexplosion führen kann. Aus Sicherheits- und Gesundheitsgründen ist es daher sinnvoll, gestrandete Walkadaver ins Meer zu schleppen und dort zu versenken. Dies hilft auch, der Ausbreitung von Mikroorganismen entgegenzuwirken, die bei der Verwesung entstehen.
Forschung und Prävention
Die Forschung spielt eine wichtige Rolle bei der Analyse von Strandungsursachen. Wissenschaftler nutzen hochauflösende Satellitenkameras, um Massenstrandungen frühzeitig zu erkennen und zu kartieren. Ein Beispiel hierfür ist die Massenstrandung von Grindwalen vor Tasmanien im September 2020, bei der 270 von etwa 470 Tieren entdeckt wurden und die Rettung von über 100 Walen ermöglicht wurde.
Die aktuelle Situation des Buckelwals in der Bucht der Insel Poel erinnert uns an die Fragilität des Lebens im Meer und die Notwendigkeit, diese majestätischen Geschöpfe zu schützen. Bleiben wir optimistisch und hoffen, dass der Wal bald in sichere Gewässer zurückkehren kann.