In Charlottenburg-Wilmersdorf, genauer gesagt im historischen Wilmersdorf, steht das faszinierende Schoeler-Schlösschen, dessen Geschichte bis ins 18. Jahrhundert zurückreicht. Ursprünglich als Büdnerhaus von Samuel Gottlieb Fuhrmann zwischen 1751 und 1758 erbaut, erlebte das Anwesen im Laufe der Jahrhunderte zahlreiche Eigentümerwechsel und Nutzungen. Die barocke Fassade, die wir heute bewundern können, wurde zwischen 1765 und 1781 unter Cornelius Adrian Hesse errichtet, der das Haus als Sommersitz für die Seidenraupenzucht nutzte. Zudem blieb das Gebäude unbeschadet von einem Brand im Jahr 1766.
Ab 1893 wohnte der Augenheilkunde-Professor Dr. Heinrich Schoeler bis zu seinem Tod im Jahr 1918 im Schlösschen. Nach ihm wurden die Begriffe “Schoelerpark”, “Barockschlösschen” und “Schoeler-Schlösschen” in offiziellen Dokumenten verwendet. Das Anwesen war ein Ort, der über die Jahre hinweg sowohl als Wohnsitz als auch für kulturelle Zwecke genutzt wurde. 1921 erwarb Henry J. Erny from New York City das Anwesen und verkaufte es 1927 an die Grundstücksverwertungsgesellschaft “Cassandra” mbh. Ein Jahr später wurde es an die Heimstätten-Siedlung Berlin-Wilmersdorf verkauft, um dort Wohnraum zu schaffen.
Von der Hitlerjugend zur Kindertagesstätte
Die Nutzung des Schoeler-Schlösschens änderte sich in den 1930er Jahren dramatisch. Ab 1934 diente das Gebäude als Heim der Hitlerjugend, und für diese Zwecke wurde das historische Mansardgeschoss in ein Vollgeschoss umgebaut. Nach dem Zweiten Weltkrieg, als das Gebäude im Krieg beschädigt wurde, wurde es 1946 als Kindertagesstätte eröffnet, eine Funktion, die bis 2003 bestehen blieb. Ein Brand in der Küche führte allerdings zur Schließung der Einrichtung, und das Schlösschen stand anschließend leer.
Der Weg zur Sanierung begann 2006 mit einem Nießbrauchvertrag zwischen dem Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf und der Stiftung Denkmalschutz Berlin e.V. In den folgenden Jahren wurde das Anwesen schrittweise restauriert, und 2010 wurde das Richtfest gefeiert. Ein geplanter Ausbau zu einer Bibliothek aus dem Nachlass von Bundespräsident Johannes Rau konnte allerdings nicht verwirklicht werden.
Die Zukunft des Schoeler-Schlösschens
Die umfassende barrierearme Sanierung des gesamten Gebäudes begann zwischen 2021 und 2025 und wird aus dem Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen im Bereich Sport, Jugend und Kultur“ gefördert. Die Restfinanzierung erfolgt durch das Bezirksamt in Form der Investitionsplanung. Die Fertigstellung und Neueröffnung des Schoeler-Schlösschens sind für 2025 geplant.
Das Schoeler-Schlösschen ist nicht nur ein historisches Gebäude, sondern auch ein wichtiger Teil der kulturellen Identität Wilmersdorfs. Die geplante Nutzung wird dazu beitragen, das Erbe des Hauses zu bewahren und es als Ort für Kunst und Kultur neu zu beleben. Dies wird nicht nur die lokale Gemeinschaft bereichern, sondern auch Besucher aus anderen Stadtteilen und Regionen anziehen.
Für weitere Informationen zur Geschichte des Schoeler-Schlösschens und den aktuellen Entwicklungen besuchen Sie bitte die offizielle Webseite und die Stadtseite.
Heute ist der 17.02.2026.