Heute ist der 26.03.2026, und wenn wir an die Vergangenheit Berlins zurückdenken, fallen uns oft die glanzvollen Orte und Erlebnisse ein, die die Stadt geprägt haben. Ein neuer Bildband mit 100 Postkarten zeigt genau diesen Zauber vergangener Zeiten in Berlin. Eine besonders eindrucksvolle Bildpostkarte aus den 1960er Jahren zeigt das Berliner „Haus Wien“ am Kurfürstendamm, das damals ein Café und das Kino „Filmbühne Wien“ beherbergte. Heute findet man an dieser Stelle einen Apple Store, der in einem Baudenkmal untergebracht ist. Die Veränderungen in der Stadt sind nicht zu übersehen und spiegeln die bewegte Geschichte wider, die in den Mauern des „Haus Wien“ steckt. Weitere Postkarten zeigen beispielsweise die Umgebung des Messegeländes am Funkturm in Westend, wo zwischen 1975 und 1979 das Internationale Congress Centrum (ICC) erbaut wurde, das mittlerweile wieder geschlossen ist. Mehr Informationen zu diesen Veränderungen finden Sie in einem Artikel des Tagesspiegels.
Doch was genau ist die „Filmbühne Wien“ und welche Rolle hat sie in der Berliner Kinokultur gespielt? Das Kino wurde zwischen 1912 und 1913 im stilvollen Wilhelminischen Klassizismus als Union-Palast erbaut und von den Architekten Nentwich & Simon entworfen. Mit einer tempelartigen Fassade, die mit ionischen Säulen und einem Giebel verziert ist, eröffnete die „Filmbühne Wien“ mit Max Reinhardts Stummfilm „Insel der Seligen“. Der Kinosaal fasste 850 Plätze und war zudem Heimat des „Café des Westens“, das als Konzert-Café diente. Die „Filmbühne Wien“ war ab 1924 unter der Ägide der UFA und wurde zu einem wichtigen Aufführungsort für zahlreiche Filmpremieren.
Ein Kino mit Geschichte
Die Geschichte der „Filmbühne Wien“ ist geprägt von verschiedenen Wendepunkten. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Kino 1945 umbenannt und erlebte 1953 seinen ersten Umbau, bei dem der repräsentative Eingang für Ladengeschäfte weichen musste. In den 1970er Jahren wurde es in sieben Schachtelkinos umgebaut und war bekannt für die erste Cinemascope-Leinwand in Berlin.
Zu den markanten Persönlichkeiten, die das Kino prägten, zählt Karl Kutschera, der das Union-Palais 1918 erwarb und bis 1937 sowie von 1946 bis 1950 betrieb. Nach seinem Tod übernahm seine Witwe Josephine Kutschera bis 1973 die Geschicke des Kinos. In den 1950er Jahren etablierte Paul Hildebrandt die „Filmbühne Wien“ als einen bedeutenden Aufführungsort der Berlinale. Leider musste das Kino im Jahr 2000 aufgrund von Besuchermangel schließen. Ein Umbau zu einem Geschäftshaus war geplant, jedoch blieben die Arbeiten seit 2004 ruhend, und das Gebäude stand wegen Baumängeln leer.
Von der „Filmbühne Wien“ zum Apple Store
Einige Jahre später, zwischen 2007 und 2008, wurde das Gebäude für eine Dalí-Ausstellung genutzt, bevor es schließlich ab 2011 in einen Apple Store umgebaut wurde. Die Eröffnung fand am 3. Mai 2013 statt. Das ehemalige Kino, das einst eine blühende Kulturstätte war, hat sich nun zu einem modernen Einzelhandelsstandort gewandelt. Dies zeigt eindrucksvoll, wie sich die Nutzung von historischen Gebäuden im urbanen Raum über die Jahrzehnte verändert hat.
Die Geschichte der „Filmbühne Wien“ ist ein faszinierendes Beispiel für den Wandel der Berliner Stadtlandschaft und ein Spiegel der kulturellen Veränderungen, die die Stadt im Laufe des 20. Jahrhunderts durchlebt hat. Historische Stätten wie diese geben uns nicht nur Einblicke in die Vergangenheit, sondern auch in die Zukunft, in der alte Traditionen und moderne Technologien aufeinandertreffen. Mehr über die „Filmbühne Wien“ können Sie auf der entsprechenden Wikipedia-Seite nachlesen.




