Am heutigen 27. Februar 2026 legen die Beschäftigten der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in der Hauptstadt lahm. Der Streik, der auch in anderen Bundesländern stattfindet, ist für zwei Tage angesetzt und hat bereits für ein großes Verständnis unter den Bürgern gesorgt, welches jedoch mit zunehmender Dauer des Arbeitskampfes abnimmt. Die Gewerkschaft ver.di fordert eine Reduzierung der Arbeitsbelastung bei der BVG, was in der aktuellen Tarifrunde die zweite Warnstreikmaßnahme darstellt. Der letzte Streik führte bereits zu Gehaltserhöhungen für die Beschäftigten.

Die BVG kritisiert die Streiks als “völlig unverhältnismäßige Eskalation” und hat kein Angebot vorgelegt, da sie auf Rückmeldungen der Arbeitnehmervertreter wartet. Laut einer Schätzung der BVG belaufen sich die Kosten der ver.di-Forderungen auf etwa 150 Millionen Euro. Die Gewerkschaft begründet den Warnstreik mit der Weigerung der BVG, in echte Verhandlungen einzutreten. Dies könnte erhebliche Auswirkungen auf die Steuerzahler haben, da die geforderten Tarifsteigerungen voraussichtlich nicht vollständig auf die Ticketpreise abgewälzt werden können.

Auswirkungen auf die Stadt und den ÖPNV

Die finanziellen Belastungen durch den Streik sind nicht unerheblich. Für das Jahr 2024 stehen Gesamtaufwendungen von 1,905 Milliarden Euro Fahrgelderträgen von lediglich 661 Millionen Euro gegenüber. Der Löwenanteil der Kosten wird vom Land Berlin getragen, das für 2024 Ausgleichs- und Ersatzleistungen in Höhe von 861 Millionen Euro bereitstellen muss. Eine Erhöhung dieser Zuschüsse aus dem Landeshaushalt ist aufgrund des bestehenden Konsolidierungszwangs schwierig.

Während Busse und Straßenbahnen in Berlin zwei Tage lang in den Depots bleiben, sind einige Buslinien von den Streiks ausgenommen, da sie von privaten Unternehmen bedient werden. Die S-Bahn sowie der Regional- und Fernverkehr der Deutschen Bahn sind von den Maßnahmen nicht betroffen. In anderen Bundesländern wird an den Streiktagen mit einem nahezu vollständigen Erliegen des Verkehrs gerechnet.

Hintergrund und Forderungen der Gewerkschaft

Die Gewerkschaft ver.di hat bundesweite Arbeitsniederlegungen im ÖPNV ausgerufen, an denen rund 100.000 Beschäftigte in 150 öffentlichen Verkehrsunternehmen teilnehmen. Hauptforderungen sind unter anderem Entlastungen bei der Wochenarbeitszeit und Schichtdiensten sowie höhere Zuschläge für Nacht- und Wochenendarbeit. In einigen Bundesländern, wie Bayern und Brandenburg, wird auch über höhere Löhne verhandelt.

In Berlin hat der Kommunale Arbeitgeberverband in der dritten Verhandlungsrunde kein Angebot vorgelegt und fordert stattdessen den Verzicht auf viele Forderungen der Tarifkommission. Dies hat zu einer hohen Frustration unter den Beschäftigten geführt, die sich durch die hohen Belastungen im Fahrdienst und die verschärften Personalprobleme benachteiligt fühlen. Die Gewerkschaft ver.di fordert unter anderem eine Reduzierung der maximalen täglichen Schichtlänge auf 12 Stunden, eine Mindestwendezeit von 6 Minuten und eine Erhöhung der Mindestruhezeit auf 11 Stunden.

Die kommenden Tage werden entscheidend sein, um zu beobachten, ob die Arbeitgeber auf die Forderungen eingehen oder ob weitere Streiks folgen werden. Der Bund der Steuerzahler hat sich in die Tarifstreitigkeiten nicht eingemischt, warnt jedoch vor den möglichen finanziellen Folgen für die Steuerzahler. Die Situation bleibt angespannt, während die BVG und die Gewerkschaft weiterhin um eine Einigung ringen.