Am Montagmorgen um 3 Uhr begann ein ganztägiger Warnstreik im öffentlichen Nahverkehr von Berlin, der durch die Gewerkschaft Verdi ausgerufen wurde. Der Verkehr wurde nahezu vollständig eingestellt, wodurch U-Bahn-, Straßenbahn- und Buslinien in der Stadt stillstanden. Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) hatten entschieden, Busse und Bahnen in den Depots zu belassen, um die Auswirkungen des Streiks zu minimieren. Lediglich einige Straßenbahnen fuhren leer zur Verhinderung von Frostschäden, da die BVG rund 70 Straßenbahnen im 30-Minuten-Takt ohne Fahrgäste einsetzte. Die S-Bahn war jedoch nicht betroffen, vielmehr wurde das Angebot sogar leicht ausgeweitet, um den erhöhten Bedarf zu decken. Tagesspiegel berichtet, dass die BVG den Streik als unverhältnismäßige Eskalation in den Tarifverhandlungen kritisierte und Verdi aufforderte, nach realistischen Lösungen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen zu suchen.

Die Auswirkungen des Warnstreiks waren erheblich. Das Staulevel in Berlin stieg um 52% um 9 Uhr, was über dem Jahresdurchschnitt liegt. Dieser Anstieg an Staus stellte eine Herausforderung für Berufspendler dar, die bereits mit eisigen Temperaturen und glatten Gehwegen kämpften. Am Bahnhof Friedrichstraße kam es zu Menschenmengen und längeren Wartezeiten, während Pendler und Touristen von Schwierigkeiten berichteten, die durch den Streik verursacht wurden. Einige Buslinien wurden von anderen Unternehmen bedient und fuhren wie gewohnt, was einigen Fahrgästen zugutekam.

Forderungen und Reaktionen

Verdi fordert bessere Arbeitsbedingungen für die rund 16.000 BVG-Beschäftigten, darunter Schichtbegrenzungen und mehr Urlaub. Die Gewerkschaft beziffert ihre Forderungen auf 150 Millionen Euro Personalkosten pro Jahr, was 1.330 Stellen entspricht. Die Arbeitgeber hätten sich bisher nicht mit diesen Forderungen auseinandergesetzt, wodurch Verdi zur Verteidigung des Streiks als notwendigem Schritt zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen gezwungen war. Wie Volksstimme berichtet, wurden die Warnstreiks bundesweit angekündigt und betrafen nicht nur Berlin, sondern auch zahlreiche andere Städte.

Die Situation ist nicht einmalig, denn in vielen weiteren Bundesländern finden ähnliche Warnstreiks statt, die bereits am Freitag angekündigt wurden. In Städten wie Hamburg, München und Stuttgart fuhren die S-Bahnen und Regionalzüge planmäßig, was die Auswirkungen des BVG-Streiks etwas abmilderte. Dennoch bleibt die hohe Anzahl an Pendlern, die auf den Nahverkehr angewiesen sind, ein Thema von großer Bedeutung, da viele von ihnen das „Wegerisiko“ tragen und trotz Streiks pünktlich zur Arbeit kommen müssen, wie Tagesschau erklärt.

Der Warnstreik soll bis Betriebsschluss in der Nacht zu Dienstag andauern. Die BVG hat bereits Pläne angekündigt, zukünftige Streiks zu vermeiden, indem sie einen Dialog mit Verdi anstrebt, um die Arbeitsbedingungen effektiv zu verbessern. Die Herausforderungen, die diese Situation mit sich bringt, bleiben jedoch für viele Berline ein schwieriges Thema.