In der Nacht zum Sonntag kam es in Brandenburg zu einem spektakulären Kupferdiebstahl, bei dem die Bundespolizei sieben mutmaßliche Buntmetalldiebe festnahm. Die Männer im Alter zwischen 19 und 41 Jahren sollen etwa fünf Tonnen Kupferkabel von einer Bahnstrecke bei Brieselang entwendet haben. Laut rbb24 wurden sie gegen 0:20 Uhr von Zivilbeamten beobachtet, als sie das Diebesgut in einen Kleintransporter luden.

Die Flucht der Männer wurde jedoch schnell gestoppt. Einsatzkräfte der Bundes- und Landespolizei konnten drei Transporter in Staffelde, Vehlefanz und auf der Autobahn 24 aufhalten. Bei zwei der Festgenommenen lagen bereits Fahndungsausschreibungen vor, einer wegen Eigentumsdelikten, der andere wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis. Die Beamten stellten sowohl die Fahrzeuge als auch die gestohlenen Kupferkabel sicher. Gegen die Männer wird nun wegen des Verdachts auf besonders schweren Diebstahl ermittelt. Wenig später ließ die Staatsanwaltschaft Potsdam alle sieben jedoch wieder auf freien Fuß.

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Wachsende Bedrohung durch Kupferdiebstähle

Der Vorfall in Brandenburg reiht sich in eine alarmierende Serie von Kupferdiebstählen ein, die zunehmend zu einem Problem für die Deutsche Bahn und andere Unternehmen geworden ist. Laut DW litt die Deutsche Bahn im Jahr 2022 unter einem durch Kupferdiebstahl entstandenen finanziellen Schaden von etwa 6,6 Millionen Euro. In diesem Jahr waren bereits 2644 Züge betroffen, was zu über 700 Stunden Zugverspätungen führte.

Die Suche nach Kupfer wird durch den steigenden Bedarf in der Industrie und für erneuerbare Energien verstärkt, da pro Megawatt Windenergie zwischen fünf und neun Tonnen Kupfer benötigt werden. Experten schätzen, dass in den nächsten 30 Jahren ein Bedarf von etwa 700 Millionen Tonnen Kupfer notwendig sein wird. Der Hamburger Kupferhersteller Aurubis berichtete von Schäden im dreistelligen Millionenbereich durch Diebstahl und Betrug, was die Dringlichkeit der Thematik unterstreicht.

Kriminalität im Bereich Buntmetall

Zusätzlich zu den großen Diebstählen, wie dem Vorfall in München-Riem im April 2025, bei dem 501 Meter Kupferkabel im Wert von etwa 15.000 Euro entwendet wurden, zeigt sich ein besorgniserregender Trend. Presseportal berichtete über manipulierte Lkw und die Möglichkeit von Umladungen an unbekannten Orten, was die Ermittlungen erschwert.

Dieffizite in der Kontrolle der Warenbewegungen durch den Zoll ermöglicht es den Metalldieben, möglicherweise besser ihren illegalen Handel zu betreiben, auch außerhalb Deutschlands. Der Hauptgeschäftsführer des Verbands Deutscher Metallhändler und Recycler wies auf die Schwierigkeiten hin, gestohlenes Metall im Inland zu vermarkten.

Die Deutsche Bahn und andere Institutionen stehen somit nicht nur vor der Herausforderung, ihre Infrastruktur zu erneuern, sondern müssen auch verstärkt gegen die kriminellen Strukturen vorgehen, die für diese Diebstähle verantwortlich sind. In Anbetracht des drohenden Kupfermangels, der auch durch geopolitische Risiken verstärkt wird, könnte die Problematik weiter zunehmen.