Mit dem nahenden Ende des kostenlosen Supports für Windows 10 am 14. Oktober 2025 steht die Berliner Verwaltung vor einer enormen Herausforderung. Bis zu diesem Datum müssen alle Rechner in den Verwaltungen auf Windows 11 umgestellt sein. Laut rbb24 sind dies mehr als 90.000 Rechner. Jedoch war bis Mitte Juli 2025 die Umstellung auf Windows 11 noch lange nicht abgeschlossen: weniger als 20 % der Senatsgeräte und weniger als 25 % der Bezirkscomputer hatten bis zu diesem Zeitpunkt das Update erhalten.
Die Umstellungsquote variiert stark zwischen den einzelnen Bezirken. So konnten Treptow-Köpenick und Friedrichshain-Kreuzberg bereits über 80 % ihrer Geräte umrüsten. Im Gegensatz dazu sind in Reinickendorf und Neukölln weniger als 1 % bzw. 17 % umgestellt. Die Notwendigkeit zur schnellen Umstellung ist unbestritten, vor allem da Microsoft eine dreijährige Gnadenfrist bietet, deren jährliche Kosten jedoch steigen.
Umstellung und Unterstützung durch das ITDZ
Das IT-Dienstleistungszentrum (ITDZ) betreut über 17.500 Geräte, wobei mehr als 90 % bereits auf Windows 11 umgestellt sind. Dies zeigt, dass die zentrale IT-Abteilung in der Lage ist, eine große Anzahl an Geräten schnell zu aktualisieren. Dennoch gibt es in einigen Bezirken, wie beispielsweise Reinickendorf, Zurückhaltungen bezüglich der Unterstützung durch das ITDZ. Bezirksbürgermeister Oliver Igel drängt auf eine bessere finanzielle Ausstattung für IT-Projekte, um die Digitalisierung der Verwaltung voranzutreiben.
Im Hinblick auf die Umstellung wurde bereits im Mai 2023 mit der Planung begonnen, während die Vorgaben für die fristgerechte Umstellung im April 2024 getroffen wurden. Trotz dieser Maßnahmen bleibt unklar, wie viele der 47.041 Windows 10-Arbeitsplätze in der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie tatsächlich betroffen sind. In den Bezirksämtern sind von 39.387 Arbeitsplätzen bis dato nur 954 auf Windows 11 umgestellt, sodass weiterhin 38.433 Arbeitsplätze bis zum letztmöglichen Termin aktualisiert werden müssen, was mehr als 150 Umstellungen täglich erfordert.
Cyber-Sicherheit und Datenschutz im Fokus
Die Umstellung auf Windows 11 ist nicht nur eine technologische Notwendigkeit, sondern steht auch im Zusammenhang mit der steigenden Cyber-Sicherheitsbedrohung. Einrichtungen des öffentlichen Sektors in Deutschland werden zunehmend Ziel von Cyberangriffen, was die Notwendigkeit für effektive Sicherheitslösungen unterstreicht. Wie der Bericht von eGovernment zeigt, sind öffentliche Stellen oft noch nicht vollständig digitalisiert, wodurch sie anfälliger für solche Angriffe werden.
Angesichts der Tatsache, dass viele öffentliche Einrichtungen sensible und geheime Daten verarbeiten, ist der Schutz dieser Informationen unerlässlich. Ein richtiger Umgang mit Datenschutz und Datensicherheit, auch im Rahmen der DSGVO, ist hierbei von entscheidender Bedeutung. Die Notwendigkeit zum Schutz dieser Daten wird durch professionelle Cyberangriffe nur noch verstärkt, während Empfehlungen für Sicherheitsmaßnahmen von unabhängigen Stellen zur Verfügung stehen.
Trotz der Ausrichtung auf IT-Zentralisierung und Verbesserung der Sicherheitsprotokolle bleibt die Frage, ob Berlin die ehrgeizigen Pläne zur Umstellung der Systeme bis zum letzten Termin umsetzen kann. Die Opposition im Abgeordnetenhaus kritisiert die unzureichende Fortschritte, während die Verwaltung auf den Willen zur Verbesserung von Seiten der Bezirke und des ITDZ hofft.




