Die Bahnstrecke Hamburg-Berlin bleibt länger gesperrt als ursprünglich geplant. Die Wiederinbetriebnahme, die für den 30. April 2026 vorgesehen war, verzögert sich aufgrund von witterungsbedingten Problemen, die durch einen starken Wintereinbruch verursacht wurden. Dieser Wintereinbruch wird als der stärkste seit 15 Jahren beschrieben, wobei die Böden in einigen Abschnitten bis zu 70 cm tief gefroren sind. Dies hat dazu geführt, dass die Bauarbeiten an der 280 Kilometer langen Strecke bereits etwa sechs Wochen hinter dem Zeitplan liegen. Kabelkanäle sind vereist, was die Verlegung neuer Signalkabel um Wochen verzögert. Zudem kann die Installation von Achszählern an neuen Schienen nur bei Plus-Temperaturen erfolgen. Die Bahnstrecke ist seit Anfang August 2025 für die Sanierung gesperrt und wird derzeit über Stendal und Uelzen umgeleitet, was die Fahrtzeit im Schnitt um 45 Minuten verlängert.

In dieser herausfordernden Situation sind Pendler und Reisende auf Ersatzbusse angewiesen, insbesondere in Westmecklenburg-Vorpommern und Ostschleswig-Holstein. Der Busbetrieb Ecovista hat den Ersatzverkehr als den größten in der Geschichte Europas bezeichnet. Trotz der Unannehmlichkeiten zeigt eine Umfrage unter Pendlern, dass größtenteils Verständnis für die Verzögerungen aufgrund der Wetterverhältnisse vorhanden ist. Gerd-Dietrich Bolte, Leiter der Streckennetzgesellschaft DB InfraGo, kündigte einen 24/7-Betrieb an, um die Verzögerungen aufzuholen. Ein neuer Zeitplan für die Generalsanierung soll am 13. März 2026 vorgelegt werden.

Die Herausforderungen der Generalsanierung

Die Generalsanierung der Strecke Hamburg-Berlin ist Teil einer größeren Initiative der Bahn, die bis 2036 mehr als 40 vielbefahrene Schienenkorridore modernisieren will. Die Strecke, die durch fünf Bundesländer führt und täglich etwa 30.000 Fahrgäste im Fernverkehr befördert, gilt als besondere Herausforderung aufgrund ihrer Länge und Komplexität. Im Dezember 2025 war der Baufortschritt mit 94 Prozent noch positiv, aber die unerwarteten Wetterbedingungen haben die Pläne erheblich beeinträchtigt. Die Sanierungsarbeiten an der Strecke Hamburg-Hannover müssen ebenfalls verschoben werden, um nicht zwei Hauptrouten gleichzeitig zu sperren.

Die aktuellen Umstände werfen ein Licht auf die Herausforderungen, mit denen die Bahn in der modernen Infrastruktur konfrontiert ist. In Zeiten, in denen der öffentliche Verkehr eine immer wichtigere Rolle spielt, ist es entscheidend, dass solche Projekte erfolgreich abgeschlossen werden. Der Fernverkehr zwischen Hamburg und Berlin wird derzeit stark beeinträchtigt, da Halte in Ludwigslust und Wittenberge weiterhin komplett entfallen. Die Passagiere müssen sich auf reduzierte Verbindungen einstellen, da statt zwei Verbindungen pro Stunde nur noch eine zur Verfügung steht.

Die anhaltenden Bauarbeiten und Verzögerungen sind jedoch nicht nur ein Problem für die Reisenden, sondern auch ein Zeichen für die Notwendigkeit, die Infrastruktur des deutschen Schienennetzes nachhaltig zu modernisieren. Die Generalsanierung der Strecke Hamburg-Berlin könnte langfristig gesehen dazu beitragen, die Effizienz und Zuverlässigkeit des Schienenverkehrs in Deutschland zu verbessern. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation entwickeln wird und ob die Bahn den neuen Zeitplan einhalten kann.

Weitere Informationen zu den aktuellen Entwicklungen und dem Fortschritt der Sanierungsarbeiten finden Sie in den Artikeln von NDR und Tagesschau.