Am 17. Juni 2025 wurde das Fest für Vielfalt in Bad Freienwalde von einer gewaltsamen Attacke heimgesucht. Eine Gruppe von 10 bis 15 vermummten Angreifern, die bewaffnet mit Schlagwerkzeugen oder Holzlatten waren, griff Menschen an, die an dem Ereignis teilnahmen. Diese Veranstaltung, die von Mitgliedern der queeren Community besucht wurde, fand unter dem Motto „Für ein buntes Bad Freienwalde“ statt. Mindestens zwei Personen trugen bei dem Übergriff leichte Verletzungen davon. Die Polizei war mit drei Funkstreifenwagen präsent, dennoch war die Gewalt unerwartet heftig, und ein maskierter Angreifer schlug einem Besucher ins Gesicht. Die Ermittlungen wurden vom Staatsschutz übernommen, und die Polizei ermittelt wegen besonders schweren Landfriedensbruchs gegen die Angreifer, die bis zum Zeitpunkt des Berichts noch nicht gefasst waren

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Politiker haben sich nach dem Vorfall unisono für mehr Schutz bei derartigen Veranstaltungen ausgesprochen. Brandenburgs SPD-Fraktionschef Björn Lüttmann bezeichnete die Attacke als von „anderer Qualität“ im Hinblick auf die körperliche Gewalt, während der CDU-Fraktionsvorsitzende Jan Redmann betonte, dass der Staat sich hinter diejenigen stellen müsse, die für Vielfalt und Toleranz eintreten. Er forderte, dass solche Veranstaltungen nicht aus Angst vor Angriffen abgesagt werden sollten. Von der BSW äußerte Niels-Olaf Lüders, dass Gewalt oft als Ergebnis politischen Versagens interpretiert werden könnte. Auch Hans-Christoph Berndt von der AfD übte Kritik und forderte strafrechtliche Konsequenzen für die Angreifer, unabhängig von deren politischer Motivation. Veranstalterin Judith Strohm forderte einen besseren Schutz und eine ernsthafte Gefahreneinschätzung durch die Polizei.

Rechtsextreme Angriffe auf queere Veranstaltungen

Der Vorfall in Bad Freienwalde ist nicht isoliert. Das Aktionsbündnis Brandenburg hebt hervor, dass Übergriffe auf Zivilgesellschaft und queere Veranstaltungen in den letzten Jahren zugenommen haben. Die Amadeu Antonio Stiftung bezeichnete den Übergriff als rechtsextremen Angriff und warnt vor weiteren Gefahren für queere Veranstaltungen. Zudem berichtet die CSD Deutschland von Aufrufen junger Rechtsextremisten, gegen Christopher Street Days (CSD) aktiv zu werden. An verschiedenen Orten in Deutschland gab es in der jüngsten Vergangenheit vermehrt Störaktionen gegen CSD-Umzüge, organisiert von rechtsextremistischen Gruppen. Allein zwischen Juni und September 2024 wurden rund 20 Kundgebungen gegen diese Veranstaltungen gezählt, die häufig von extrem rechten Gruppierungen beherrscht waren.

Der Anstieg verbaler und physischer Angriffe auf die queere Community hat dazu geführt, dass das Bundesinnenministerium besorgt über die Entwicklung ist. Grüne-Bundestagsabgeordnete Misbah Khan äußerte ihre Sorgen über die Gefährdung queerer Menschen und forderte politische Antworten auf die Radikalisierung der Szenen. In Bezug auf die Jüngsten Ereignisse wird gefordert, dass der politische Diskurs sich vorrangig mit der Stärkung einer demokratischen Gesellschaft auseinandersetzt. Dabei wird auch auf die seit anderthalb Jahren auf Eis liegende Demokratiefördergesetzgebung hingewiesen, welche Vereine und Organisationen zur Unterstützung der Demokratie und zur Extremismusprävention finanziell fördern soll.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass der Angriff auf das Fest für Vielfalt in Bad Freienwalde nicht nur ein einzelner Vorfall ist, sondern Teil eines besorgniserregenden Trends ist, der die gesamte queere Community in Deutschland betrifft. Die Politik ist gefordert, zeitnah und entschlossen zu handeln, um solchen Übergriffen entgegenzuwirken und die betroffenen Menschen zu schützen.