A100-Eröffnung in Berlin: Proteste und Kritik am teuersten Autobahnbau!
Am 27. August 2025 wird der 16. Abschnitt der A100 in Berlin eröffnet – Proteste und Kritik zur Verkehrs- und Klimapolitik angekündigt.

A100-Eröffnung in Berlin: Proteste und Kritik am teuersten Autobahnbau!
Am 27. August 2025 wird in Berlin der 16. Bauabschnitt der Autobahn A100 feierlich freigegeben. Die Eröffnung findet im Hotel Estrel in der Ziegrastraße 41 statt und wird von einem Festakt begleitet, der jedoch unter Ausschluss der Öffentlichkeit steht. Bei dieser Gelegenheit ist mit einer Vielzahl von Protesten zu rechnen. Unter dem Motto „Ende der Autostadt“ werden Demonstrationen organisiert, die sich gegen den weiteren Ausbau der A100 richten. Kritiker der Autobahn bezeichnen diese als „Highway in die Klimahölle“, was die Spannungen rund um das Projekt verdeutlicht.
Die A100 ist nicht nur ein bedeutsames Infrastrukturprojekt, sondern auch das teuerste Autobahnprojekt Deutschlands mit Baukosten von rund 720 Millionen Euro. Der Bauabschnitt hat eine Länge von 3,2 Kilometern, davon ist ein 385 Meter langer Tunnel eingeplant. Der erste Spatenstich wurde bereits im Mai 2013 gesetzt, doch das Projekt verzögerte sich wegen der komplexen Anforderungen, die insbesondere Lärmschutzmaßnahmen und ökologische Aspekte beinhalteten.
Proteste und Forderungen
Gleichzeitig zur Eröffnung ist eine Kundgebung des Bündnisses „A100 wegbassen“ für denselben Tag, um 13 Uhr, geplant. Die Demonstranten fordern unter anderem einen sofortigen Stopp des Autobahnweiterbaus sowie eine soziale und ökologische Mobilitätswende. Emiko Gejic von der Clubcommission Berlin warnt, dass der Weiterbau der A100 Clubs und Kulturstätten gefährde, während Gabi Jung vom BUND Berlin betont, dass dieses Projekt schädlich für Klima und Umwelt sei.
Die Symbolik der Protestaktion wird durch riesige rote Buchstaben unterstrichen, die das „ENDE“ der Autobahn darstellen. Viele Gegner, darunter auch Nils Kleinwächter von Fridays for Future, stimmen darin überein, dass der Weiterbau nicht nur klimaschädlich ist, sondern auch die Luftqualität verschlechtert und den Lärmpegel in den angrenzenden Gebieten erhöht.
Kritik an der Verkehrspolitik
Friedemann Kunst, ehemaliger Stadt- und Verkehrsplaner, äußert sich skeptisch zur current Verkehrspolitik in Deutschland. Laut Daten der Bundeszentrale für Politische Bildung macht der Verkehr rund ein Fünftel der energiebedingten Treibhausgasemissionen in Deutschland aus. Im Jahr 2019 stieß der Verkehrssektor etwa 165 Millionen Tonnen CO2 aus. Die Notwendigkeit einer tiefgreifenden Transformation des Verkehrssektors ist also evident, um die Klimaziele der Bundesregierung zu erreichen.
Bisher ist der motorisierte Individualverkehr dominant, was der von vielen als überfällig angesehene Verkehrswende entgegensteht. Der Bundesverkehrswegeplan sieht 133 Milliarden Euro für den Straßenbau vor, während für den Schienenausbau lediglich 112 Milliarden Euro eingeplant sind. Der fortwährende Ausbau von Autobahnen wird als Hemmnis für die dringend erforderliche Reduktion der CO2-Emissionen im Verkehrssektor kritisiert.
Die Freigabe des 16. Bauabschnitts der A100 wird im Kontext dieser zahlreichen Herausforderungen und Proteste sowohl als ein Schritt in die richtige Richtung für die Verkehrsinfrastruktur als auch als ein wesentlicher Anlass für zunehmenden Widerstand gegen die aktuellen Verkehrs- und Klimapolitiken betrachtet werden.
Interessierte können sich über die Ereignisse und die weiteren Entwicklungen auf Berliner Zeitung, BUND Berlin und Bundeszentrale für Politische Bildung informieren.