35 Jahre East Side Gallery: Kunst verbindet und begeistert Berlin!
Am 28.09.2025 feiert die East Side Gallery 35 Jahre als UNESCO-Weltkulturerbe. Entdecken Sie ihre Geschichte und aktuelle Initiativen.

35 Jahre East Side Gallery: Kunst verbindet und begeistert Berlin!
Am 28. September 2025 wird ein bedeutendes Jubiläum gefeiert: Vor 35 Jahren wurde die East Side Gallery eröffnet, der längste Abschnitt der Berliner Mauer, der zur Open-Air-Galerie umgestaltet wurde. Damals, nach dem Fall der Mauer, bemalten 118 Künstler aus 21 Ländern die grauen Betonwände und schufen ein eindrückliches Symbol für die Überwindung der Teilung Europas. Diese Kunstwerke reflektieren nicht nur das Leben im geteilten Deutschland, sondern laden auch zur Auseinandersetzung mit der Bedeutung von Freiheit ein. Die Künstlerin Heike Stephan erinnert sich, dass die Idee zu dieser künstlerischen Aktion kurz nach der Maueröffnung am 9. November 1989 entstand, inspiriert von der Mauerkunst in West-Berlin, insbesondere in Kreuzberg. Zu den prominenten Werken gehört Dmitri Wrubels „Bruderkuss“, das zum bekanntesten Gemälde der Galerie avancierte, sowie Birgit Kinders ikonisches Bild eines Trabants, der durch die Mauer bricht.
Die ersten Malaktionen fanden am Potsdamer Platz statt. Unter besonderen Bedingungen, beobachtet von DDR-Grenzsoldaten, die keinen Befehl zum Eingreifen hatten, entstanden die ersten Ost-Kunstwerke. In der Nacht jedoch wurden viele dieser Kunstwerke von Soldaten mit weißer Farbe übermalt, was die Künstler nicht davon abhielt, eine Genehmigung zur Wiederherstellung ihrer Kunst zu beantragen. Der DDR-Ministerrat erteilte im Februar 1990 die offizielle Genehmigung und gab damit den endgültigen Startschuss für die East Side Gallery. Im Jahr 1991 wurde die Galerie schließlich in die Denkmalliste des Landes Berlin aufgenommen, ein Schritt, der die Bedeutung dieser kulturellen Stätte untermauerte. Dennoch blieben Herausforderungen nicht aus, denn in den 90er Jahren gab es immer wieder Probleme mit Sicherheit und Ordnung im Umfeld der Galerie.
Initiativen zur Erhaltung der East Side Gallery
Anlässlich des 35. Jubiläums startet die Stiftung Berliner Mauer eine Initiative zur Bewahrung des Denkmals. Diese umfasst unter anderem die langfristige Erhaltung von Beton und Farben, den Schutz vor Witterung, Autoabgasen und Vandalismus sowie Diskussionen über den Erhalt des Originals und mögliche Veränderungen. Die geplanten Aktivitäten beinhalten Führungen mit beteiligten Künstlern, Werkstattgespräche und eine Sonderausstellung mit Originalskizzen. Das Besondere an dieser Initiative ist der Fokus auf die Fragen zur Unvergänglichkeit von Kunst im öffentlichen Raum.
Ein bedeutsamer Aspekt der East Side Gallery ist, dass viele Künstler entschieden haben, ihre Werke von 1990 nicht erneut zu malen. Sie möchten damit ihre ursprünglichen Kommentare und Stile bewahren. In den letzten Jahren gab es zudem mehrere Restaurierungen, um die Kunstwerke vor Vandalismus zu schützen, wie etwa die umfassende Sanierung im Jahr 2009 und die Versiegelung vieler Gemälde im Jahr 2015. Seit November 2018 obliegt der Stiftung Berliner Mauer die Verantwortung für diese kulturelle Stätte, die nicht nur nationales, sondern auch internationales Publikum anzieht.
Digitale Plattformen zur Kunst im öffentlichen Raum
Im Kontext der künstlerischen Auseinandersetzung im öffentlichen Raum hat HTW Berlin eine überarbeitete Webseite zum Thema Denkmäler und Kunstwerke in Berlin lanciert. Diese Plattform, die von der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin und dem Verein für die Geschichte Berlins unterstützt wird, bietet Informationen zu über 3.000 Kunstwerken im öffentlichen Raum. Die neue Webseite verzeichnet etwa 12.000 Aufrufe pro Monat und bietet eine verbesserte Suchmöglichkeit sowie neue Inhalte, darunter 3-D-Modelle von Kunstwerken.
Mit der revitalisierten Plattform wird das Bewusstsein für Kunst im öffentlichen Raum gestärkt und ein wertvoller Beitrag zur Vermittlung der Berliner Kulturgeschichte geleistet. Initiativen wie die der Stiftung Berliner Mauer und das Engagement von Institutionen wie der HTW zeigen, wie wichtig die Erhaltung und Wertschätzung dieser kulturellen Schätze für die Gesellschaft ist.