Berlin Aktuell

Seegraswiesen und Mangrovenwälder: Kohlenstoffspeicher und Schutz für Küsten

Welttag der Ozeane: Beiträge mariner Ökosysteme für CO2-Speicherung und Biodiversität

Die Bedeutung der marinen Ökosysteme für den globalen Klimaschutz und die biologische Vielfalt steht im Fokus des Welttags der Ozeane. Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass Seegraswiesen, Mangrovenwälder und Salzmarschen einen enormen Beitrag zur CO2-Speicherung leisten und gleichzeitig die Küsten und Ernährungssicherheit vieler Menschen sichern.

Seegraswiesen, die entlang fast aller Küsten vorkommen, können jährlich bis zu 216 Millionen Tonnen Kohlenstoffdioxid aus der Atmosphäre aufnehmen und speichern. Dabei bildet sich im Meeresboden ein Kohlenstoffspeicher von bis zu 22.000 Millionen Tonnen Kohlenstoff. Mangrovenwälder in den Tropen und Subtropen können ebenfalls große Mengen Kohlenstoff speichern, sowohl in der Biomasse als auch im Meeressediment. Salzmarschen in nördlicheren Breiten sind ebenfalls wichtige Kohlenstoffspeicher.

Dr. Judith Reise, Expertin für Kohlenstoffspeicherung natürlicher Ökosysteme am Öko-Institut, betont die Bedeutung dieser Blue Carbon-Ökosysteme. Blue Carbon bezeichnet den Kohlenstoff, der von Meeresorganismen aufgenommen und gespeichert wird. Die Studie des Öko-Instituts und des Leibniz-Zentrums für Marine Tropenforschung zeigt das enorme Potenzial dieser Lebensräume für den globalen Klimaschutz.

Neben der CO2-Speicherung tragen die Küstenökosysteme auch zur Sicherung der Biodiversität und Ernährung bei. Viele Meerestiere verbringen ihre Jugendzeit in diesen Lebensräumen, weil sie ihnen Schutz bieten. Zudem dienen die funktionierenden Küstenzonen als natürliche Barrieren gegen Sturmfluten und tragen somit zum Schutz der Küstenstädte bei.

Die Studie stellt allerdings fest, dass diese lebenswichtigen Ökosysteme derzeit stark gefährdet sind. Missmanagement und Verschmutzung führen zur Zerstörung der Küstenökosysteme. Vor allem Aquakulturen, Fischerei mit Schleppnetzen und die Einleitung von Düngemitteln aus der Landwirtschaft gefährden die Küstenökosysteme und ihre Kohlenstoffspeicher. Die Autorin der Studie appelliert an die Staaten, diese wichtigen Kohlestoffspeicher in ihre Treibhausgasbilanzen aufzunehmen und Maßnahmen zum Schutz der Küstenökosysteme zu ergreifen.

Der Welttag der Ozeane lenkt die Aufmerksamkeit auf die Bedeutung der marinen Ökosysteme für den globalen Klimaschutz und die Erhaltung der Biodiversität. Es ist wichtig, die CO2-Speicherung in Seegraswiesen, Mangrovenwäldern und Salzmarschen anzuerkennen und Maßnahmen zum Schutz dieser Lebensräume zu ergreifen. Nur so können wir die Auswirkungen des Klimawandels mindern und die Küsten und Ernährungssicherheit von Millionen Menschen langfristig gewährleisten.

NAG Redaktion

Versierte Journalisten mit einer starken Affinität für Wirtschaftsthemen. Arbeiteten seit mehr als einem Jahrzehnt in den Medien. Haben für verschiedene große Tageszeitungen und Online-Plattformen geschrieben und sind bekannt für tiefgründige Analysen und klare Darstellungen komplexer Sachverhalte.

Ähnliche Artikel

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"