Am Sonntag wird der Bau der Berliner Mauer zum 62. Mal jähren. Frank Ebert, der Beauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur des Landes Berlin, mahnt in einer Pressemitteilung, dass die Erinnerung an den Mauerbau wachgehalten werden muss. Das Bauwerk habe die Stadt geteilt und Familien sowie Freundeskreise auf brutale Weise auseinandergerissen. Menschen, die versuchten, die Grenze zu überwinden, riskierten lange Haftstrafen oder sogar den Tod.
Das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) hat zum Gedenktag mit Opfervertretern gesprochen. Evelyn Zupke, die SED-Opferbeauftragte des Bundestages, betont, dass die Mauer nicht nur eine Trennungslinie durch die Stadt und das Land war, sondern auch einen Riss in der Gesellschaft verursachte. Dieter Dombrowski, der Vorsitzende der Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG), fürchtet hingegen, dass das Gedenken an die Deutsche Teilung zu einem ritualisierten Akt wird.
Dombrowski betont zudem die Verbindung zwischen der Erinnerungskultur und der Errichtung neuer Grenzanlagen in Deutschland. Er kritisiert, dass einerseits Kränze niedergelegt werden, während andererseits so getan wird, als könnten Mauern Menschen von der Flucht abhalten. Er stellt jedoch klar, dass die Berliner Mauer nicht mit den heutigen Grenzanlagen vergleichbar ist.
Am Sonntag sind in Berlin mehrere Gedenkveranstaltungen geplant. Es werden Kränze an der Gedenkstätte Berliner Mauer und am Peter-Fechter-Mahnmal niedergelegt. Darüber hinaus finden Veranstaltungen am Gedenkkreuz für den Mauertoten Horst Frank in Reinickendorf sowie ein Gottesdienst in der Kapelle der Versöhnung an der Bernauer Straße statt.
Es ist wichtig, dass die Erinnerung an die Berliner Mauer und die Opfer der Deutschen Teilung wachgehalten und an zukünftige Generationen weitervermittelt wird. Nur so kann die Geschichte bewusst gemacht werden und wir können Lehren aus dieser dunklen Zeit ziehen.