Empörung über WDR-Luxus: „Ein Schlag ins Gesicht der Gebührenzahler“ | Politik
Der Kauf von teuren Luxusmöbeln durch den WDR hat scharfe Kritik seitens Politikern und WDR-Kontrolleuren hervorgerufen, insbesondere im Hinblick auf die Sanierung des Kölner Filmhauses.
► Der WDR plant die Anschaffung von 2700 Möbelstücken für das Filmhaus in Köln, das derzeit für 240 Millionen Euro renoviert wird. Unter diesen Möbelstücken befinden sich auch luxuriöse Designer-Waren, darunter 36 Lounge-Sessel von „Fredericia“. Der Listenpreis für einen einzelnen dieser Sessel beträgt 4499 Euro.
Vom Designer-Stuhl „The Spanish Chair“(4499 Euro) wünscht sich der WDR 36 Stück
Politische Reaktionen lösen Debatte aus
Die Nachricht hat zu breiter Empörung geführt, sowohl im NRW-Landtag als auch im Rundfunkrat des WDR. Die CDU und FDP haben besonders lautstark ihre Kritik geäußert und werfen dem WDR Geldverschwendung vor.
Gregor Golland (49), stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU im Düsseldorfer Landtag und Mitglied des WDR-Rundfunkrates, sagte gegenüber der BILD: „Das ist ein Schlag ins Gesicht der Gebührenzahler und ein Image-Schaden zulasten der vielen anständigen WDR-Mitarbeiter, die jetzt massive öffentliche Kritik aushalten müssen. Die neu gewählte Intendantin Katrin Vernau wird diesem verschwenderischen Vorhaben daher vermutlich schnell ein Ende setzen.“
Golland stellte auch die Parallelen zur fristlos entlassenen RBB-Intendantin Patricia Schlesinger (62) her, gegen die Vorwürfe der Vetternwirtschaft, Vorteilsnahme und Verschwendung bestehen.
CDU-Vizefraktionschef Gregor Golland (49) ist Mitglied im WDR-Rundfunkrat
Vergleich mit Bildungsnotstand sorgt für Aufregung
FDP-Vizefraktionschef im NRW-Landtag, Ralf Witzel (52), lieferte zusätzlich kritische Perspektiven: „Unsere schlimmsten Befürchtungen haben sich wieder bestätigt: Der öffentlich-rechtliche Rundfunk verschwendet Geld ohne Ende. Hunderte Social-Media-Accounts, hohe Pensionszahlungen, fette Intendantengehälter, teure Gebäude und jetzt auch noch Luxus-Möbel – das ist der Gipfel! Unsere Kinder hocken auf versifften Schulklos, aber die Talkgäste entspannen sich auf Designersesseln.“
Politische Akteure wie Witzel fordern umfassende Aufklärung über die Ausgaben des WDR und rufen die schwarz-grüne Landesregierung unter Hendrik Wüst (49, CDU) zum Handeln auf. „NRW-Medienminister Nathanael Liminski muss sich im Medienausschuss des Landtags NRW zu den Vorgängen beim WDR erklären“, so Witzel.
Kritischer Blick auf das Beschaffungskriterium
Das Online-Medienmagazin DWDL.de hat dieses Thema ebenfalls aufgegriffen und beleuchtet, dass der WDR beim Möbelkauf allein nach dem Preis entscheiden wolle und gleichzeitig gleichwertige, aber günstigere Alternativen sucht. Das Schlüsselwort hier sei jedoch „gleichwertig“, was bedeutet, dass qualitativ hochwertige Möbel auch bei Alternativen ihren Preis kosten dürften.
Hierzu schreibt der Autor der Medienseite: „Das Schlüsselwort ist allerdings: ‚gleichwertig‘, denn auf qualitativ hochwertige Möbel will man nicht verzichten – und die dürften also auch bei günstigeren Alternativen ihren Preis kosten.“
Schlussfolgerung: Präventive Maßnahmen der Politik
Um ähnliche Situationen in der Zukunft zu vermeiden, muss die Politik stärker auf Transparenz und Effizienz im öffentlichen Sektor drängen. Es wäre sinnvoll, dass die Regierung strengere Richtlinien und Kontrollen für große öffentliche Ausgaben einführt. Auch sollte ein stärkeres Augenmerk auf die Bedürfnisse der Gemeinschaft gelegt werden, um sicherzustellen, dass öffentliche Gelder verantwortungsvoll und prioritär eingesetzt werden.
– NAG