In einer besorgniserregenden Entwicklung beschloss die Stadt Cottbus, am Silvesterabend auf Böllerverbote zu verzichten, das gab Jan Gloßmann, Sprecher der Stadt, bekannt. Anders als in den Corona-Jahren, in denen strengere Regelungen galten, soll es in diesem Jahr keine umfassenden Verbotszonen geben, obwohl Böllern vor Krankenhäusern, Pflegeheimen und Kirchen weiterhin untersagt ist. Die Stadt appelliert an die Vernunft der Feiernden und fordert sie auf, ihre Feuerwerksreste ordnungsgemäß zu entsorgen. In einem kritischen Gebiet wie dem Spreewalddorf Lehde gelten jedoch härtere Regeln: Dort sind Böller komplett verboten, und Verstöße können mit bis zu 50.000 Euro bestraft werden, wie der Leiter des Ordnungsamts Lübbenau, Lukas Zuber, mitteilte.
Nach dem tragischen Vorfall auf dem Weihnachtsmarkt in Magdeburg, bei dem mindestens fünf Menschen durch einen Fahrzeuganschlag ums Leben kamen, erhöht Brandenburg die Sicherheitsmaßnahmen. Laut einer Sprecherin des Innenministeriums gibt es zwar keine spezifischen Gefährdungshinweise für Brandenburg, jedoch bleibt die abstrakte Gefährdungslage hoch. Daher werden zusätzliche Polizisten auf den Weihnachtsmärkten stationiert. Die Stadt Cottbus hat bereits erklärt, dass sie der Sicherheit Vorrang gibt, sodass die Musik auf den Märkten ausblieb und Sicherheitskonzepte überprüft wurden. Ein Patient mit einem Beckenbruch aus Magdeburg wird derzeit in einer Klinik in Brandenburg behandelt, jedoch ist sein Zustand stabil, berichten die örtlichen Nachrichten. Die allgemeine Stimmung auf den Weihnachtsmärkten ist von Trauer geprägt, und viele Städte zeigen sich solidarisch mit den Opfern in Magdeburg, wie auch die Landeshauptstadt Potsdam, die die Bürger aufforderte, sich von aggressiven Spekulationen in sozialen Medien fernzuhalten, so der Tagesspiegel.
Mehr Polizisten im Einsatz
Zusätzlich zur erhöhten Polizeipräsenz in Brandenburg wird auch eine Hundertschaft zur Unterstützung nach Sachsen-Anhalt entsandt. Ministerpräsident Dietmar Woidke zeigte sich erschüttert über den Vorfall und betonte die Notwendigkeit erhöhter Sicherheitsvorkehrungen für Weihnachtsmärkte und bevorstehende Feierlichkeiten. Gesundheitsministerin Britta Müller und andere politische Figuren haben ebenfalls ihre Betroffenheit über die gewalttätigen Ereignisse ausgedrückt und betonten die Wichtigkeit von Solidarität und Hilfe in dieser schweren Zeit. Brandenburg bleibt also wachsam und stellt die Sicherheit seiner Bürger in den Vordergrund, während die Silvesterfeierlichkeiten vor der Tür stehen.
Für weitere Details und Informationen: RBB24 berichtete über die Silvesterpläne in Cottbus und den Umgang mit der aktuellen Gefahrenlage, während der Tagesspiegel die Reaktionen auf den Vorfall in Magdeburg und die Maßnahmen zur Sicherheit in den Weihnachtsmärkten hervorhob.